Andreas Rompf (Stadt Haiger), Wolfram Dette (Kreis-Tourismus-Dezernent), Margot Schäfer (Abteilung für den Ländlichen Raum), Michael Lotz (Bürgermeister Stadt Dillenburg) und Harald Knoche (Leiter Rothaarsteig-Geschäftsstelle) freuen sich über die guten wirtschaftlichen Zahlen des Rothaarsteigs. (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Die Effekte auf die Region sind positiv

Gutachten zeigt: Wandertourismus am Rothaarsteig boomt 

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): "Bei steigendem Lärmpegel und schlechter Luft in den Städten findet man am Rothaarsteig wohltuende Stille, frische Luft und idyllische Landschaften. Eben eine absolute Gegenwelt", sagt Wolfram Dette, Tourismus-Dezernent des Lahn-Dill-Kreises und selbst ein passionierter Wanderer.

Der Rothaarsteig ist nach wie vor eine feste Größe im deutschen Wandermarkt. Das bestätigt erneut eine Untersuchung der dwif Consulting GmbH aus München in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen. Im Rahmen eines Gutachtens wurden die wirtschaftlichen Effekte durch den Wandertourismus auf dem Rothaarsteig untersucht. Es wurden sowohl Gäste als auch Beherbergungsbetriebe am Steig befragt. Laut Gutachten sind die Stärken des Weges besonders die einzigartige Landschaft sowie die gute Erreichbarkeit. Aber auch die Umgebung genießt die Vorteile. "Von der Sogwirkung des Rothaarsteigs profitieren auch die Kommunen rechts und links des Weges. Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren auch drei Rothaarsteigspuren im Lahn-Dill-Kreis entstanden", so Dette weiter. Die Rothaarsteigspuren Dill-Bergtour bei Haiger-Offdilln, die Breitscheider-Höhlentour und der Wacholderweg bei Dillenburg-Donsbach werden aber auch genauso gerne von Nacherholungssuchenden und der einheimischen Bevölkerung genutzt. "Das Besondere ist, dass wir die Themen ländliche Entwicklung und Tourismus verbinden können", sagt Margot Schäfer von der Abteilung für den Ländlichen Raum/Tourismus. So konnten einige Projekte mit LEADER gefördert werden, zum Beispiel in der Gemeinde Breitscheid die Höhlenerschließung mit Dorferneuerungsmitteln, das Informationsgebäude am Höhleneingang und der Bürgerladen mit Café in Erdbach. Alle Maßnahmen seien wie Puzzlesteine zusammengefügt und bilden für den Wanderer ein abgerundetes Angebot an der neu konzipierten Breitscheider Höhlentour.

Tolle Ergebnisse für den Top-Trail

Bei einem gemeinsamen Treffen haben Wolfram Dette, Harald Knoche, Leiter der Rothaarsteig-Geschäftsstelle, Michael Lotz, Bürgermeister von Dillenburg die positiven Ergebnisse des Gutachtens erörtert. Rund 420.000 Übernachtungs- und 1,3 Mio. Tagesgäste haben den auch gerne als 'Weg der Sinne' bezeichneten Wanderweg im Jahr 2017 besucht. Dabei generierten sie einen Gesamtumsatz von gut 49 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis sind die Rothaarsteigverantwortlichen mehr als zufrieden. Harald Knoche: "Der Rothaarsteig hat seit dem letzten Gutachten im Jahr 2005 an Beliebtheit zugelegt - trotz wachsender Konkurrenz. Das freut uns alle natürlich sehr und zeigt die Bedeutung für das touristische Angebot in Hessen, dem angrenzenden Westerwald und Südwestfalen". Vor zwölf Jahren wurden insgesamt 1,5 Mio. Gäste am Rothaarsteig gezählt. Die konstanten Zahlen verdeutlichen, dass der Steig seine Besucher durch gute Qualität bereits seit langem überzeugt. Ein Drittel der Übernachtungsgäste am Rothaarsteig besuchen diesen regelmäßig seit mehr als zehn Jahren. Außerdem war für 80 Prozent der befragten Besucherinnen und Besucher der Rothaarsteig der Hauptanlass ihrer Reise in die Region. Positive Entwicklungen bestätigen auch die befragten Betriebe, welche steigende Übernachtungszahlen durch Wanderer verzeichnen. Die Mehrheit geht sogar davon aus, dass die Nachfrage auch in den kommenden Jahren steigen wird. "Und nicht nur die Hotels und Gaststätten profitieren von den Wanderern. Selbst wenn die Wanderer vor Ort nicht Übernachten und auch nicht Einkehren, verdient immer noch der Einzelhandel, wie zum Beispiel die Bäckereien und Metzgereien", so der Dillenburger Bürgermeister Michael Lotz. Und auch andere Dienstleister profitieren laut Lotz noch, denn die Wanderer nutzen öffentliche Verkehrsmittel und gehen im Aquarena-Bad in Dillenburg zum Schwimmen.

Gelobte Beschilderung und gute digitale Vermarktung

Für den Großteil der Gäste ist die Beschilderung die wichtigste Orientierungshilfe. Diese wird auch von den Beherbergungsbetrieben gelobt. Harald Knoche zeigt sich darüber sichtlich erfreut. "Das Lob gilt besonders unseren ehrenamtlichen Wegezeichnern, die dafür sorgen, dass man ohne weitere Hilfsmittel einfach losziehen kann. Digitale Orientierungsquellen spielen momentan noch eine vergleichsweise geringe Rolle, gewinnen aber stark an Bedeutung". Bei der Vorabinformation gelten digitale Medien hingegen als bedeutsamste Informationsquelle für den Rothaarsteig-Gast. Auch die Gastgeber entlang des Steigs sehen in ihren Webseiten den wichtigsten Vermarktungskanal beim Thema Wandern. Die Internetseite ist die Visitenkarte einer Region. Umso wichtiger sei natürlich deren Aufmachung bezüglich Information und visuellem Eindruck, so Knoche weiter. Alle Informationen zum Rothaarsteig gibt es online: https://www.rothaarsteig.de/, http://www.rothaarsteig-hessen.de/)

Zum Hintergrund

Der Rothaarsteig gehört zu den Top-Trails in Deutschland. Damit verspricht er dem Wanderer erlebnisreich, vielseitig, genussvoll, wegweisend, professionell und qualitativ hochwertig zu sein. 154 Kilometer ist der Rothaarsteig insgesamt lang (von Brilon bis Dillenburg), 73 km davon verlaufen durch Hessen. Die drei Rothaarsteigspuren im Lahn-Dill-Kreis (Rundwanderwege Dill-Bergtour bei Haiger-Offdilln, Breitscheider Höhlentour und Wacholderweg bei Dillenburg-Donsbach) sind als Premiumwege mit dem Deutschen Wandersiegel bzw. als Qualitätsweg "Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet.

Kontakt

Nicole Zey

Pressestelle

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1102
06441 407-1051
presse@lahn-dill-kreis.de