Ein Ende wird zum Neuanfang

Lahn-Dill-Kreis und Stadt Wetzlar feiern 40-jähriges Jubiläum

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Rückblicke, Ausblicke und ganz viele Erinnerungen: 40 Jahre nach dem Ende des großen Lahn-Dill-Kreises und der Stadt Lahn haben der Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Wetzlar zu einer Jubiläumsfeier eingeladen. „Uns war es wichtig zum Jubiläum einen Raum zu schaffen, in dem wir berichten können, in Erinnerung schwelgen und uns austauschen“, sagt Landrat Wolfgang Schuster. „Denn schließlich sind viele von uns auch Teil der Gebietsreform von 1979 und haben diese miterlebt.“ Für den Landrat war deshalb klar: Hier sollen Menschen reden, die dabei waren. Sie sollen erzählen, wie sie die Gebietsreform empfunden haben, woran sie sich erinnern. Beim Zeitzeugeninterview konnten Hans-Jürgen Irmer, Heinz Rauber, Karlheinz Kräuter, Klaus Breidsprecher und Ulrich Loh ganz persönliche Einblicke geben. Der Tenor: Das Ende der Stadt Lahn bedeutete einen Neuanfang für die Region an Lahn und Dill. Es brachte einen Neuanfang für Kooperationen und den Austausch mit sich, die Stärkung der Verwaltungskraft der Kommunen sowie die Schaffung eines starken Wirtschafts-, Wissenschafts- und Lebensstandort in Mittelhessen. „Gemeinsame Aufgaben und Herausforderungen schaffen Verbindungen“, merkte Schuster an.

Über 150 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sind zur Jubiläumsfeier von Kreis und Stadt ins Konferenzzentrum der Lahn-Dill-Kliniken gekommen. Nach der Begrüßung durch  Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller und Stadtverordnetenvorsteher Udo Volck machte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich deutlich, welche Auswirkungen die Gebietsreform auf die Region hatte und noch immer hat: „Das Ende der Stadt Lahn vor 40 Jahren war gleichzeitig der Beginn für die Stadt Wetzlar, den Lahn-Dill-Kreis und das Regierungspräsidium Gießen, wie wir es heute kennen. Die Grundidee durch Zusammenarbeit und Kooperationen unsere Region zu stärken ist auch heute noch richtig. Unser Mittelhessen ist eine tolle Wirtschafts- und Bildungsregion, in dessen Mitte der Lahn-Dill-Kreis eine starke und innovative Wirtschaft sowie eine hervorragenden Bildungsinfrastruktur zu bieten hat.“ 

Aus Wetzlarer Sicht war es unter anderem der Name, der störte. „Es sind oft die kleinen Dinge, die die Menschen ärgern.“ Mit diesem Zitat aus den Forschungen der Historischen Kommission Darmstadt und der Historischen Kommission für Hessen zur Gebietsreform und besonders der Bildung und Auflösung der Stadt Lahn leitete Stadtrat Jörg Kratkey sein Grußwort ein. Der Name „Stadt Lahn“ sei damals bei der Bevölkerung nicht gut angekommen. Er wurde als technokratisch und geschichtslos empfunden. „Die Ablehnung wurde damals noch verstärkt, als Wetzlar durch die Deutsche Bundespost dem Postzustellbezirk „Lahn 2“ zugeordnet wurde“, fuhr Kratkey fort. 

Die interkommunale Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Stärkung der Region. 150 Städte und Gemeinden hatte der große Lahn-Dill-Kreis vor 40 Jahren. Heute sind 23. Damals wurden viele Kommunen ehrenamtlich geführt. Mit der wachsenden Zahl an Aufgaben ist das heute undenkbar. „Kinderbetreuung, Wasserversorgung, Kläranlagen, Straßenbau. Das waren Aufgaben, die man als Bürgermeister ehrenamtlich nicht mehr wahrnehmen konnte. Und deshalb war die Stärkung der Verwaltungskraft der Kommunen dringend notwendig. Wir haben heute gut aufgestellte Gemeindeverwaltungen, mit einem hauptamtlichen Bürgermeister und mit gut ausgebildeten Mitarbeitern. Sie sind heute Dienstleister für die Menschen in ihren Städten und Gemeinden. Die Gebietsreform hat sich ganz klar bewährt“, fasst Landrat Wolfgang Schuster zusammen. 

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