Höhlenforscher und Mitglieder der Breitscheider Höhlenrettung beim Beschneiden der Felswände (Foto: Heinz Schneider)

Südliche Steilwand nach dem Freilegen des Gehölzes (Foto: Justus Schmitz)

Ein neues Zuhause für Fledermäuse, Reptilien und Co.

Der alte Erdbacher Steinbruch wurde freigelegt

Die Untere Naturschutzbehörde des Lahn-Dill-Kreises schafft Raum für heimische Tierarten. Mit dem Gewinn von 5.000 Euro aus der GENAU-Umweltlotterie von Lotto-Hessen, konnte das Projekt „Steinige Paradise“ im alten Erdbacher Steinbruch verwirklicht werden. Zwei Tage lang wurden dort die Felswände von Gehölz und Geäst befreit, um Höhlen freizulegen und somit neue Lebensräume zu schaffen.

Der alte Steinbruch im Breitscheider Ortsteil Erdbach bietet mit seinen Höhlen einen idealen Lebensraum für Fledermäuse, Reptilien und andere Tiere und Pflanzen. Der ehemalige Abbaubereich ist allerdings über Jahre hinweg zugewachsen, so dass er für viele Arten unattraktiv wurde. Die Maßnahme der Naturschutzbehörde dient daher dem Zweck der Wieder-Ansiedlung von speziellen Tier- und Pflanzenarten.

Neben der beauftragten Firma, die die leicht zugänglichen Bereiche am Grund des Steinbruchs von Bäumen und Sträuchern befreite, waren es vor allem die Höhlenforscher der Speläologischen Arbeitsgemeinschaft Hessen e.V. (SAH) und Mitglieder der Breitscheider Höhlenrettung, die in den steilen Felswänden den heiklen Teil der Arbeiten ausführten. Mehrfach gesichert an Seilen und ausgestattet mit Spezialausrüstung, stiegen sie in die teils überhängenden Felswände und legten so wertvolle Lebensräume frei. 

Neben dem Nutzen für die Natur, die in diesem Kalkstandort einen ganz besonderen Lebensraum findet, profitieren aber auch Wanderer und Spaziergänger von der Aktion. Der Steinbruch ist in dem neu gestalteten Karst- und Höhlenlehrpfad eingebunden und bietet so auch der interessierten Öffentlichkeit einen freien Blick auf die Geologie und ganz besondere Geotope.

Ein Weg führt direkt an die interessanten Stellen, Erläuterungstafeln informieren bereits über die Höhlen in dem alten Steinbruch und sollen zukünftig dem interessierten Besucher auch die ökologische Bedeutung dieser „steinigen Paradiese“ näherbringen.

Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen den Breitscheider Höhlenforschern, den Höhlenrettern und der zuständigen Naturschutzbehörde soll dieser außergewöhnliche Naturraum auch in Zukunft regelmäßig freigehalten werden, um so in seiner ganzen geologischen und biologischen Schönheit erlebbar zu bleiben.

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