Rebhühner sind Bodenbrüter - Gelege und Jungvögel sind daher vielen Gefahren ausgesetzt (Foto: Christian Gelpke, Linden)

Hunde bitte während der Brut- und Setzzeit beim "Gassigehen" in Feld und Flur an der Leine führen (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Erster Mai, erstes Ei – Nachwuchs bei den Rebhühnern

Die Brutzeit beginnt – jetzt braucht das Rebhuhn ganz besonderen Schutz

Die Brutzeit bei den Rebhühnern beginnt. Der taubengroße Hühnervogel macht Meister Lampe nach Ostern mit 10 bis 20 Eiern pro Gelege ordentlich Konkurrenz. Die große Anzahl von Eiern ist notwendig, um das Überleben der eigenen Art sicher zu stellen. Denn als Bodenbrüter sind die Gelege – aber auch die Jungvögel – vielen Gefahren ausgesetzt. 

Das Rebhuhn lebt in offenen Landschaften mit strukturreichen Wiesen und Äckern, niedrigen Hecken und Gebüschen sowie Brachflächen, Feld- und Wegrainen, in denen der Feldvogel Deckung findet. Denn genauso wie andere Hühner sucht das Rebhuhn seine Nahrung in geschützter Umgebung auf dem Boden. Bei drohender Gefahr – etwa vor Fressfeinden wie Greifvögeln oder dem Fuchs – kann sich der Hühnervogel dann gut getarnt in seinem braunen Federkleid auf dem Boden verstecken. Auch die Brut- und Kükenaufzucht führt es in geschützter Umgebung auf dem Boden aus.

Das Rebhuhn kann seine Bestände unter günstigen Bedingungen in wenigen Jahren vervielfachen. Im Projektgebiet „Gießen Süd“ bedarf es dazu neben dem Engagement der Landwirtinnen und Landwirte sowie weiteren Akteuren auch der Rücksichtnahme von Personen die etwa zu Freizeitzwecken in der Feldflur unterwegs sind.

„Rebhühner und andere Bodenbrüter ziehen sich aktuell in die Deckung von Altgrasstreifen, Blühflächen oder Feld- und Wegrainen zum Brüten zurück. Um die Tiere während der Brut nicht zu stören und den Nachwuchs nicht zu gefährden, bitten wir um Ihre Rücksichtnahme, indem entsprechende Flächen nicht betreten werden. Auch Hunde sind während der Brut- und Setzzeit unbedingt von solchen Bereichen, die dem Rebhuhn und anderen Tieren Deckung bieten fernzuhalten und an der Leine zu führen", appelliert Roland Esch, Erster Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises.

Lebensräume, die gleichzeitig Nahrung und Versteck- als auch Brutmöglichkeiten bieten, findet das Rebhuhn in den letzten Jahren in der Feldflur immer seltener. Ohne ausreichend Deckung fallen viele Tiere ihren Feinden zum Opfer. Davon betroffen sind insbesondere Hennen mit ihrer Brut in der Brutphase oder das von Hahn und Henne unbewachte Gelege während der Nahrungssuche. „Um dem Mangel an geeigneten Lebensräumen zur Brut und Kükenaufzucht zu begegnen und somit den Fortbestand der Art zu fördern, schaffen wir zusammen mit Landwirtinnen und Landwirten im Bereich der Kommunen Langgöns, Pohlheim, Linden, Hüttenberg und der Stadt Gießen für das Rebhuhn und seine Nachkommen neue Lebensräume“, erklärt Margot Schäfer, Leiterin der Abteilung für den ländlichen Raum für Gießen und Lahn-Dill.

In dem Projektgebiet „Gießen Süd“ stehen den Rebhühnern aktuell über 160 ha dieser Lebensräume in Form von Blühflächen, Altgrasstreifen und Luzerneflächen zur Verfügung. „Die Flächen werden von den Tieren gut angenommen. Seit Projektbeginn zeichnet sich ein stetiger Zuwachs des Rebhuhn-Bestandes ab“, bestätigt Bettina Schreiner, Mitarbeiterin im Naturschutzdezernat beim Regierungspräsidium Gießen. „Auch in diesem Jahr hofft man aufgrund der weiterhin steigenden Anzahl von Maßnahmenflächen natürlich auf eine erfolgreiche Brutzeit, die übrigens in den nächsten Tagen beginnt.“ 

Die Tiere paaren sich jedes Frühjahr mit einem anderen Partner. Nach der Verpaarung legt die Henne ein Nest im dichten Pflanzenbestand an, wo sie schon bald bis zu 20 Eier in geschützter Umgebung ab Anfang Mai ablegt. Mit dem letzten abgelegten Ei kann die Bebrütung beginnen. Die ersten Küken schlüpfen dann gegen Juni/Juli, die man aus gebührender Entfernung vielleicht schon bald beobachten kann. 

Feldflurprojekt „Gießen-Süd“

Das hessische Umweltministerium hat hessenweit zehn Feldflurprojekte ins Leben gerufen, um dem gravierenden Rückgang der Tiere in der Feldflur entgegenzuwirken. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Gießen koordiniert die Abteilung für den ländlichen Raum der Landkreise Lahn-Dill und Gießen die Bemühungen aller Akteure im Projektgebiet „Gießen-Süd“. Ziel des Projektes ist die Förderung und Stabilisierung der noch vorhandenen Bestände von Rebhuhn, Feldhamster und Feldlerche. Dazu werden von Landwirtinnen und Landwirten Maßnahmen im Grünland und auf Ackerflächen umgesetzt, die auf die Bedürfnisse der Arten angepasst sind.

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