Foto (Lahn-Dill-Kreis): Das menschliche Aussehen und Verhalten des Roboters sollen bei Schülerinnen und Schülern die Freude am Programmieren wecken.

Foto (Lahn-Dill-Kreis): Vier Schülerinnen haben für den Projektstart gelernt eine Unterhaltung zu programmieren.

Foto (Lahn-Dill-Kreis): 3. Landrat Wolfgang Schuster (3. v. r.) und der Kreisbeigeordnete Roland Esch (3. v. l.) waren begeistert zu sehen, was die Schülerinnen des Johanneum Gymnasiums in zwei Projekttagen schon gelernt haben.

„Hallo, ich bin Ada!“ – Unterricht erweckt Roboter zum Leben

Kooperationsprojekt „Robotikum“ am Johanneum Gymnasium Herborn gestartet

58 cm und 5,5 kg misst Ada – wenn es nach dem humanoiden Roboter geht, sind es aber auch gerne mal 4,8 kg. Es wirkt schon fast menschlich, dass der Roboter des Typs NAO sich schlanker macht. Dieses menschliche Verhalten und das niedliche Aussehen des Roboters sollen dazu beitragen die Freude am Programmieren zu entdecken. Ab sofort können bereits die Schülerinnen und Schüler des Johanneum Gymnasiums Herborn mit den Robotern lernen – doch auch anderen Schulen aus dem Lahn-Dill-Kreis soll das Robotikum zur Verfügung stehen.

Das Robotikum ist ein gemeinsames Projekt des Johanneum Gymnasiums Herborn, der Philipps-Universität Marburg, der Rittal-Foundation sowie des Lahn-Dill-Kreises und möchte Schülerinnen und Schüler im Landkreis an das Thema „Künstliche Intelligenz“ heranführen, für dieses zukunftsfähige Feld begeistern und Technikängste abbauen. Am 4. November 2021 startete das Projekt offiziell: Die Roboter zogen in die Unterrichtsräume des Johanneum Gymnasiums ein. Landrat Wolfgang Schuster und der Erste Kreisbeigeordnete Roland Esch waren mit dabei und informierten sich zusammen mit Schulleiterin Jutta Waschke über das zukunftsorientierte Kooperationsprojekt.

Die praktische Grundlage für den Unterricht bilden humanoide Roboter, die mit dem Software-Programm Choregraphe gesteuert werden. In mehrtägigen Schulungen werden Schülerschaft und Lehrkräfte der weiterführenden Schulen in der Programmierung der Roboter geschult, erlernen Problemlösungsstrategien zu entwickeln und verbessern so algorithmische und logische Denkprozesse. Im Rahmen des Projektstarts zeigten vier Schülerinnen des Johanneum Gymnasiums, wie die praktische Arbeit der Jugendlichen aussehen wird: Sie hatten in zwei Übungstagen eine Unterhaltung für den Roboter programmiert.

„Ziel des Projektes ist es, die Schülerinnen und Schüler optimal auf die Herausforderungen einer digitalen Arbeitswelt vorzubereiten und so den zukünftigen Fachkräftebedarf in der heimischen Wirtschaft zu sichern“, erklärte Landrat Wolfgang Schuster. „Wir freuen uns, mit diesem Projekt den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) im Lahn-Dill-Kreis stärken zu können und möchten das Robotikum gerne allen interessieren Schulen im Landkreis zur Verfügung stellen“, so Schuster weiter.

Begleitet wird das Projekt von der Philipps-Universität Marburg und dem Team um Sabrina Zeaiter, die dort für die Koordination des Projekts Robotikum & RoboPrax verantwortlich ist und als Mitglied des Kreisausschusses die Zusammenarbeit mit den Schulen im Lahn-Dill-Kreis angestoßen hatte. Finanziert wird das Robotikum mit 40.000 Euro aus Kreismitteln für die „Digitale Schule“ sowie mit 20.000 durch die Rittal-Foundation. Rainer Reissner, Geschäftsführer der Rittal-Foundation und sein Vorgänger Friedemann Hensgen, der noch die Weichen für die Zusammenarbeit gestellt hatte, waren ebenfalls vor Ort und unterstrichen die Wichtigkeit einer guten und zukunftsfähig ausgerichteten Ausbildung junger Menschen. Zunächst ist das Projekt bis 2023/24 geplant, eine dauerhafte Nutzung wird jedoch angestrebt.

Simone Vetter, Leiterin des Schulabteilung des Kreises, bedankte sich für die erfolgreiche Zusammenarbeitet: „Dieses Projekt trotz der durch Corona bedingt widrigen Rahmenbedingungen auf die Beine gestellt zu haben, ist für die Beteiligten nicht selbstverständlich. Wir hoffen, dass bald viele Schülerinnen und Schüler von dieser praktischen und modernsten Unterrichtserfahrung profitieren und wir die jungen Menschen für die Möglichkeiten sowie den praktischen Umgang mit dieser Technik begeistern können.“

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