Jeder kann etwas tun!

Positives Resümee der ersten Klimawoche des Lahn-Dill-Kreises

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Das Klimakabinett unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel plant am kommenden Freitag ein Maßnahmenpaket vorzulegen, damit Deutschland die verpflichtenden Klimaziele auf nationaler und internationaler Ebene erreichen kann. Neben den wichtigen Weichenstellungen auf Bundesebene gibt es aber auch lokale Instrumente, die neben Kommunen und Unternehmen jeder einzelne Bürger zum Schutz des Klimas anwenden kann. Dies ist besonders bei der ersten Klimawoche des Lahn-Dill-Kreises deutlich geworden.

Dass das Interesse am Thema Klimaschutz da ist, zeigen nicht nur die Kritik an der Bundesregierung und große Schülerbewegungen. Auch vor Ort, in der Region an Lahn und Dill ist das Thema angekommen. Es hat sich etabliert: Die Klimawoche des Lahn-Dill-Kreises mit 24 einzelnen Veranstaltungen an insgesamt 10 Tagen hat deutlich gemacht, wie viele Möglichkeiten des aktiven Klimaschutzes jeder einzelne umsetzen kann. Über 850 Interessierte haben die einzelnen Veranstaltungen besucht. Interessierte konnten sich praktische Tipps einholen und mit Experten ins Gespräch kommen. Fachvorträge und Podiumsdiskussionen sowie unterschiedliche Workshops für alle Altersklassen haben das Programm abgerundet. Rückblickend war die erste Klimawoche ein Erfolg. "Wir sind mit den Menschen ins Gespräch gekommen, haben diskutiert, debattiert und nach Lösungen gesucht, die wir auch wirklich umsetzen können", fasst Umweltdezernent Heinz Schreiber zusammen. Wichtig sei vor allem zu begreifen, dass jeder seinen Beitrag zu Klimaschutz leisten kann. Neben den häufig bereits bekannten Maßnahmen, wie u.a. Verpackungsvermeidung, Wassereinsparung, regionalem Einkaufen, Re- und Upcycling von Kleidung und Möbeln usw., gibt es Maßnahmen, die noch weiter reichen.

Einsparpotential: Strom, Wärme und Mobilität

"Grundsätzlich erreicht man den größten Effekt, wenn man in allen Bereichen den notwendigen Verbrauch durch Effizienz und Einsparung reduziert. Dies gilt sowohl für die Wärme, den Stromverbrauch aber auch die Mobilität", fasst Umweltdezernent Heinz Schreiber zusammen. "Gerade dort, wo Stromverbraucher ständig aktiv sind, z.B. Kühlgeräte, Heizungspumpen usw., lohnt sich eine Erneuerung der Geräte schon nach wenigen Jahren", rät Dorsten. Und auch die Beleuchtung solle nicht unterschätzt werden. LED-Lampen bieten hier viele Möglichkeiten. Meist lassen sich 70 bis 90% des Strombedarfs damit reduzieren. Daneben ist ebenfalls die Stromerzeugung ein großes Thema: Gerade im ländlichen Bereich gibt es viele ungenutzte Dachflächen, die sich für Photovoltaik anbieten. Die Preise für komplette Anlagen sind je in den letzten Jahren deutlich gefallen, so dass man schon mit kleinen Photovoltaikanlagen einen hohen Eigenanteil des Stroms nutzen kann. Dieser lässt sich durch Batteriespeicher noch deutlich erhöhen.

Der mit Abstand größte Energieverbraucher und die höchste CO2-Quelle eines Haushalts ist in den meisten Fällen die Heizung. Während der durchschnittliche Stromverbrauch bei 3500 kWh im Jahr liegt, schlägt der Heizwärmebedarf mit rund 25.000 kW zu Buche - je nach Größe und Alter des Hauses oft auch mehr, bei Neubauten deutliche weniger. Das bedeutet im Vergleich: Ein Durchschnittshaushalt emittiert durch seinen Stromverbrauch aus dem Netz ca. 1,7 Tonnen CO2. Bei Verwendung einer Ölheizung liegt der Heizanteil der CO2-Emissionen bei ca. acht Tonnen im Jahr. Aus diesem Grund sind Optimierungsmaßnahmen, die den Wärmeverbrauch signifikant senken, besonders effektiv hinsichtlich des Klimaschutzes. Beispiele sind hier Dämmmaßnahmen, Fensterneuerung und besonders die Sanierung älterer Heizungsanlagen.

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, die aus der Förderung fällt, der sollte die Koppelung von Strom und Wärme im Blick halten: Je nach Haustyp kann der Ersatz einer fossilen Heizanlage durch eine Wärmepumpe in Verbindung mit einem Pufferspeicher eine spannende Möglichkeit sein. Bevor man seinen Strom für eine deutlich geringere Vergütung ins Netz einspeist, kann man ihn auch für die Heizung verwenden und so doppelt gewinnen.

Neben Strom und Wärme spielt auch die Mobilität eine wichtige Rolle. Im ländlichen Bereich wird viel gependelt. Wer mit seinem Mittelklassewagen ca. 10.000 Kilometer im Jahr für Fahrten zur Arbeit aufwendet, verursacht so alleine schon 1,6 Tonnen CO2-Emissionen in nur einem Jahr. Wer keine Möglichkeit hat, sinnvoll mit dem ÖPNV zur Arbeit zu kommen, der hat die Möglichkeit, ein anderes, sehr wirkungsvolles Mittel zur CO2-Reduktion und Kosteneinsparung: Nämlich Fahrgemeinschaften. Dies ist oft mit vielen Vorteilen verbunden und erfordert lediglich die Bereitschaft sich abzusprechen. Generell gilt: Jeder nicht gefahrene Kilometer schont das Klima und den Geldbeutel.

Energie- und Klimaschutz im Lahn-Dill-Kreis

Das Energie- und Klimaschutzkonzept für den Lahn-Dill-Kreis ist 2015 vom Kreistag beschlossen worden. Es ist themenübergreifend ausgerichtet und betrachtet alle Energieverbräuche von privaten Haushalten, Industrie, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen sowie der Kommunen selbst. Ein wesentliches Element des Konzeptes ist das Aufzeigen von Potenzialen und das Festlegen von Leitbildern und Zielen für die sparsame Energieverwendung und die klimaschonende Energieerzeugung im Landkreis. Der Kreis strebt an, bis zum Jahr 2050 möglichst klimaneutral zu werden. Die CO2-Emissionen sollen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 % gegenüber dem Basisjahr 1990 gesenkt werden.

Kontakt

Nicole Zey

Pressestelle

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1102
06441 407-1051
presse@lahn-dill-kreis.de