v. l. n. r.: Thomas Wüst, Andreas Kreuter und Michael Scholz hoffen, dass die unterzeichnete Kooperationsvereinbarung nachhaltig die Zusammenarbeit von Schulen und Jugendämter bei Fällen von Kindeswohlgefährdung optimiert (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Kinder- und Jugendschutz im Fokus

Schulen, Lahn-Dill-Kreis und Stadt Wetzlar schließen Vereinbarungen

Ab sofort arbeiten die Jugendämter als öffentliche Jugendhilfeträger des Lahn-Dill-Kreises und der Stadt Wetzlar sowie die heimischen Schulen noch intensiver als bislang partnerschaftlich zusammen. Eine Kooperationsvereinbarung soll mehr Transparenz und Verbindlichkeit im gemeinsamen Umgang mit Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung schaffen. Andreas Kreuter, Leiter des Jugendamtes für den Lahn-Dill-Kreis, Thomas Wüst, Leiter des Jugendamtes für die Stadt Wetzlar und Michael Scholz, Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg, unterzeichneten die neue Kooperationsvereinbarung am 30. März 2021.

„Ziel ist es, den Schulen Handlungssicherheit zu geben und sie bei den Schutzaufgaben zu unterstützen sowie zu entlasten“, erläuterte Michael Scholz. „Die neu entstandene Vereinbarung bietet unter anderem einen klaren Handlungsrahmen beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“, ergänzt Andreas Kreuter. Die Vereinbarung greift dabei auch einen vielfach geäußerten Wunsch der Schulen auf, die bisherigen intensiven Bemühungen der Schulen zu systematisieren und somit die Arbeit zu erleichtern. „Wir sind froh, dass mit der neuen Vereinbarung eine gelungene Erweiterung zu der bisherigen Regelung zwischen unserem Stadtjugendamt Wetzlar und den städtischen Schulen entstanden ist“, ergänzt Thomas Wüst. Die seit 2013 bestehende Vereinbarung zwischen der Stadt und den Schulen diente als Grundlage für die neue Kooperationsvereinbarung.

Bedingung für den Schutz ist es, Kindern und Jugendlichen selbst sowie deren Familien frühzeitig und unmittelbar den Zugang zu Hilfen und Unterstützung zu ermöglichen. Der neue Handlungsleitfaden und die erarbeitete Dokumentation sollen Lehrerinnen und Lehrern dabei helfen, Anhaltspunkte für Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen und rechtzeitig über die Einbeziehung des Jugendamtes oder anderer Stellen zu entscheiden. Hier sind unter anderem Checklisten mit Risiko- und Schutzfaktoren, Ablaufschemata für verschiedene Fälle von Kindeswohlgefährdung und die Kontakt- sowie Notfalldaten von Experten. Um das Wohl von gefährdeten Kindern und Jugendlichen zu sichern, können im jeweiligen Einzelfall sehr unterschiedliche Absprachen erforderlich sein. Diese werden jedoch weniger durch ausdifferenzierte Regelungen, sondern durch klare grundlegende Vereinbarungen und die gelebte Kooperation der beteiligten Institutionen erreicht.

Die Basis für eine erfolgreiche Arbeit zwischen Schule und Jugendhilfe im Kinderschutz ist eine gelingende Kooperation zwischen beiden Institutionen. Mit dieser Kooperationsvereinbarung tragen das Staatliche Schulamt und die Schulen im Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar dazu bei, die gemeinsame und verbindliche Zusammenarbeit aller am Kinderschutz Beteiligten weiterzuentwickeln. „Alle wichtigen Akteure arbeiten ab sofort noch enger zusammen, um Kinder besser vor Vernachlässigung und Misshandlung zu schützen“, betonte Schulamtsleiter Scholz. „Die Schulen erhalten bei ihrer schwierigen Aufgabe intensive Begleitung, Beratung und Unterstützung durch die Jugendhilfe“, versprachen die Jugendamtsleiter Kreuter und Wüst. Die Beteiligten sind sich einig, dass Kinder- und Jugendschutz eine Daueraufgabe ist, bei der sich alle gemeinsam in einer Verantwortungsgemeinschaft befinden.

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