Foto (Lahn-Dill-Kreis): Wolfgang Schuster empfing Norbert Müller zum Impulsvortrag in der Kreisverwaltung rund um die Chancen der Digitalisierung in der Arbeitswelt.

Kreisverwaltung auf Digitalisierungskurs

Neue Stabsstelle, Studiengang und Impulsvortrag – alles dreht sich um die Digitalisierung in der Behörde

Die Kreisverwaltung möchte die Digitalisierung in den eigenen Wänden immer weiter voranbringen. Mehr und mehr Anträge, Behördengänge und andere Prozesse sollen digital abgewickelt und so die Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden.

„Die Welt wird immer digitaler und als Behörde und Dienstleister für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen wir uns dem stellen und uns immer weiterentwickeln“, mit diesen Worten begrüßt Landrat Wolfgang Schuster die Abteilungsleiter der Kreisverwaltung zum Impulsvortrag. Norbert Müller, Geschäftsführer der advacon GmbH in Aßlar, war zu Gast, um neue Denkanstöße für Digitalisierungsprozesse zu geben und forderte dazu auf, die Digitalisierung als Chance wahrzunehmen. Norbert Müller erklärte: „Die Kommunen sind bei der Digitalisierung derzeit teilweise besser aufgestellt, als Bund und Länder. Da geht also schon sehr viel.“ Weiterhin erklärte er, dass man Projektgruppen bilden und alle Abteilungen in den Digitalisierungsprozess mit einbeziehen müsse. „Entweder man lässt sich vom Prozess gestalten oder man gestaltet den Prozess aktiv“, betonte Müller. Spannend waren auch die Perspektiven, die Norbert Müller, bezogen auf die weitere Entwicklung der Digitalisierung mit Einbeziehung der Künstlichen Intelligenz, darstellte. „Der Mensch muss sich auf die Kollaboration mit der Künstlichen Intelligenz ausrichten“ – so sein Resümee. Mit der Gründung einer neuen Stabsstelle zur Digitalisierung hat die Kreisverwaltung in diesem Jahr also einen großen Schritt in Richtung digitale Behörde getan.

Bisher digitalisierte Prozesse

Das Jahr 2020 und die Corona-Pandemie trugen dazu bei, einige Prozesse zu digitalisieren: so können Testanbieter eine Corona-Testmeldung per Online-Formular machen, Inhaberinnen und Inhaber sich für das Lieblingsladen-Portal registrieren und das Gesundheitsamt über die Telefon-Hotline Corona erreicht werden. Außerdem wurde im Zuge des ersten Lockdowns auch der Posteingang der Hauptverwaltung und des Jobcenters mit einem digitalen Briefkasten online verfügbar gemacht. 2021 wurden zudem viele Prozesse des Veterinäramtes digitalisiert. Hier kann man nun zum Beispiel online eine Lebensmittelrechtliche Verbraucherbeschwerde abgeben. Und auch die Bewerbung für ein Praktikum beim Veterinäramt läuft jetzt elektronisch ab.

In den kommenden Jahren

Beim Veterinäramt ist natürlich noch nicht Schluss: Nach und nach sollen weitere Prozesse der Kreisverwaltung digitalisiert werden. Welche Leistungen Behörden online zur Verfügung stellen müssen, schreibt das sogenannte Onlinezugangsgesetz (OZG) (OZG-Umsetzung – Onlinezugangsgesetz - Bundesministerium des Innern - OZG) vor. Als Kommune steht ekom21 dem Lahn-Dill-Kreis bei der Digitalisierung von Prozessen hierbei zur Seite. Über die Plattform civento stellt ekom21 Prozesse zur Nachnutzung bereit, die sich aus dem OZG ergeben. Neben den civento-Prozessen finden sich auf der Homepage des Lahn-Dill-Kreises viele anklickbare PDF-Dokumente. Mit dem Relaunch einer neuen Webseite in 2022 werden alle verfügbaren Online-Dienstleistungen auf einer Seite gebündelt, um sie für die Bürgerinnen und Bürger noch leichter erreichbar zu machen.

Die Digitalisierungsprojekte der Abteilungen und Fachdienste werden seit Frühling 2021 durch die neu gegründete Stabsstelle Digitalisierung begleitet. Die Stabsstelle steht den Abteilungen und Fachdiensten intern als Ansprechpartner zur Verfügung. Aktuell werden zunächst interne Prozesse digitalisiert: so soll im nächsten Jahr die elektronische Aktenführung weiter ausgebaut werden – ein wichtiger Schritt, um die Dienstleistungen auch extern zu digitalisieren. Zudem sollen e-Payment-Lösungen in die Abläufe eingebunden werden. Da wo es möglich ist, können Bürgerinnen und Bürger dann bequem von der Couch Anträge stellen – die Kreisverwaltung bleibt dabei weiterhin Anlaufstelle für Beratungssuchende und den persönlichen Kontakt. Ab September 2022 bietet die Kreisverwaltung außerdem das erste Mal den Studiengang Digitale Verwaltung an. Ein weiterer Schritt, um die Zukunft der Kreisverwaltung aktiv zu gestalten.

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