Im Betriebshaus der Aartalsperre soll die neue Turbine installiert werden: Kreisbrandinspektor Rupert Heege, Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber und Talsperrenwärter Patrick Will freuen sich über den Bescheid des Landes zur Finanzierung der Kleinmengenturbine. (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Neue Turbine soll kontinuierlich Strom an der Aartalsperre erzeugen

Land Hessen fördert das Vorhaben mit rund 60.000 Euro

Wetzlar/Herborn/ Dillenburg (ldk): An der Aartalsperre in Bischoffen soll eine neue Turbine noch in diesem Jahr für eine kontinuierliche Stromerzeugung sorgen. Aktuell fließt das Wasser ungenutzt durch die Sperre in die Aar. Das soll sich bald ändern. Eine zwischengeschaltete Kleinmengenturbine soll die rund 50 Liter, die pro Sekunde durch die Rohre laufen, zur Stromerzeugung nutzen.

Das unterhalb der Staumauer liegende Bachbett der Aar muss ausreichend mit Wasser versorgt werden. Das ist in der Betriebsvorschrift der Aartalsperre vorgeschrieben. "Es ist erfreulich, dass wir dieses Wasser, das ohnehin durch die Sperre fließt, bald dazu nutzen können, um Strom zu generieren", fasst der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber zusammen. Es ist geplant mit dem neu erzeugten Strom den Eigenbedarf des Betriebsgebäudes an der Sperre abzudecken. Der Überschuss soll in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Schätzungen zu Folge beläuft sich der Einbau der Kleinmengenturbine auf Kosten von insgesamt rund 80.000 Euro. 75%, also rund 60.000 Euro, übernimmt die Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen. Den Rest trägt der Landkreis.

Der Lahn-Dill-Kreis ist Betreiber der Aartalsperre, die in den Jahren 1984 bis1992 zum Hochwasserschutz zwischen den Gemeinden Hohenahr und Bischoffen errichtet wurde. Grund war, dass das damalige Dillgebiet immer wieder überschwemmt wurde. Die Folgen waren Schäden in Millionenhöhe. Die Talsperre regelt den Abfluss der Dill, nimmt Hochwasserspitzen auf, speichert diese und gibt sie bei Niedrigwasser wieder ab. Die Einleitung der Niederschläge in das Becken erfolgt überwiegend über die Aar und ihre Nebenflüsse Stadterbach, Wilsbach, Weidbach und Meerbach. Schon beim Bau der Aartalsperre wurde 1992 eine Turbine zur Stromerzeugung in den Hauptdamm integriert. Hier erfolgt aufgrund der hohen Durchflussmenge von 4.000 Litern pro Sekunde die Stromerzeugung bei Situationen, bei denen besonders viel Wasser durch die Anlage läuft, wie beispielsweise bei Starkregen oder wenn der Wasserspiegel gesenkt wird. Die neue Turbine erzeugt zusätzlichen Strom, über 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr.

Kontakt

Susanne Müller-Etzold

Pressestelle

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1105
06441 407-1051
presse@lahn-dill-kreis.de