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Schimmel vorbeugen trotz eingesparter Heizkosten

Kreis-Gesundheitsamt gibt Tipps, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Wohnraum zu verhindern

Energiekrise und Heizkosten sparen – viele Menschen haben in den letzten Wochen versucht, weitgehend auf das Heizen zu verzichten. Doch das kann gerade in Verbindung mit seltenem Lüften zu Schimmel in Innenräumen führen. Ein Schimmelpilz ist nicht nur schädlich für Wände und Möbel, sondern vor allem auch für die Gesundheit. Das Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises informiert deshalb über die Ursachen von Schimmel und gibt Tipps, um diesem vorzubeugen oder ihn zu bekämpfen.

Die Hauptursache von Schimmel ist Feuchtigkeit. Ein Raum wird unter anderem dann feucht, wenn unsachgemäß gelüftet und geheizt wird. Das begünstigt nämlich Tauwasserbildung an Wänden und anderen Oberflächen. In einem Dreipersonenhaushalt werden zum Beispiel durch Atmen oder Schwitzen, Duschen, Waschen und Kochen täglich etwa sechs bis 14 Kilogramm Wasser freigesetzt. Diese Feuchtigkeit kann durch richtiges Lüften nach außen getragen werden.

Schimmel richtig vorbeugen

Das Bad und die Küche sind besonders feuchte Räume. Beim Kochen entsteht viel Wasserdampf, der durch die Dunstabzugshaube abgeführt werden sollte. Sind im Badezimmer Fenster vorhanden, sollten diese nach dem Duschen kurzzeitig weit geöffnet werden. Fensterlose Badezimmer haben meist eine eingebaute Schachtlüftung, die regelmäßig überprüft werden sollte. Feuchte Oberflächen, wie Wände, Fenster oder Spiegel, können nach dem Duschen bei Bedarf auch trockengewischt werden.

Allgemein gilt beim Lüften: Stoß- und Querlüften ist effektiv. Beim langanhaltenden Lüften mittels gekippter Fenster kann das Schimmel-Risiko sogar noch begünstigt werden, da der Fensterbereich stark auskühlt und es an den kalten Oberflächen zu Tauwasser und damit gegebenenfalls zu Schim­melbildung kommt. Bei weniger beheizten Räumen, wie zum Beispiel dem Schlafzimmer, ist es wichtig, dass diese nicht durch beheizte Luft aus anderen Räumen aufgewärmt werden. Auch das kann zu Tauwasser an kalten Wänden oder Fensterscheiben führen. Detaillierte Informationen zum richtigen Lüften stellt das Umweltbundesamt im Ratgeber „Schimmel im Haus“ zur Verfügung unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ratgeber-schimmel-im-haus.

Neben diesen Maßnahmen, die sich im Alltag leicht umsetzen lassen, gibt es auch Vorkehrungen, die bereits beim Bau von Gebäuden beachtet werden sollten. Dazu gehört insbesondere, Wärmebrücken und undichte Stellen in der Gebäudehülle zu vermeiden, erdberührte Teile abzudichten und entsprechende Lüftungs- und Heizungssysteme einzubauen. Weitere Informationen, um Luftfeuchte baulich vorzubeugen, gibt das Umweltbundesamt im aktuellen Schimmel-Leitfaden unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel/aktueller-uba-schimmelleitfaden.

Schimmel eindämmen und bekämpfen

Aber was ist zu tun, wenn der Schimmel schon eingezogen ist? Generell gilt: Auch eine geringe Schimmelpilzbelastung kann bereits gesundheitliche Folgen haben und sollte deshalb bekämpft werden. Schimmelpilze können eine Vielzahl von Materialien als Nährboden nutzen. Dazu gehören beispielsweise diverse Holzarten, Papier und Gipskarton, Tapeten, Kunststoffe und Silikon, Teppichböden, Farben und Lacke sowie Leder, aber auch Zement und Beton.

Die befallenen Stellen sollten möglichst ohne Staubaufwirbelung gereinigt und desinfiziert werden. Gezieltes Lüften und Heizen hilft, das Schimmelpilzwachstum einzuschränken. Je nach Ausmaß des Befalls muss die betroffene Stelle saniert werden. Befallene Tapete sollte beispielsweise entfernt werden und bei betroffenen Wänden ist gegebenenfalls eine großflächige Sanierung notwendig.

Unternehmen zur Bekämpfung beauftragen

In solchen Fällen ist es ratsam, Spezialistinnen oder Spezialisten zu kontaktieren. Eine bloße Abtötung von Schimmelpilzen reicht nicht aus, da auch diese noch allergisch und reizend wirken können. Wird der Schimmel nicht korrekt entfernt, besteht außerdem ein großes Risiko, dass dieser erneut auftritt oder die Bausubstanz angreift. Wer eine Firma beauftragt, sollte davor einige Kriterien überprüfen. Eine detaillierte Checkliste für die Auftragsvergabe finden Interessierte unter anderem beim Bremer Netzwerk Schimmelberatung unter http://www.bremer-netzwerk-schimmelberatung.de/materialien-broschueren.html.

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