Die Mitglieder des „Verwaltungsstabes Corona“ des Lahn-Dill-Kreises tagen regelmäßig – künftig auch häufiger virtuell (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

„Verwaltungsstab Corona“ ist Kriseninstrument der Stunde

Fachgremium des Lahn-Dill-Kreises trifft sich mindestens einmal pro Woche

Am 27. Februar 2020 hat Landrat Wolfgang Schuster vom ersten bestätigten Corona-Fall im Lahn-Dill-Kreis erfahren. Das war vor knapp fünf Wochen. Die Arbeitsweise der Kreisverwaltung hat sich seitdem einschneidend verändert. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten von zuhause aus. Die Kundschaft tritt fast ausnahmslos auf dem virtuellen Weg oder per Telefon mit der Verwaltung in Kontakt. „Zudem haben wir den ‚Verwaltungsstab Corona‘ einberufen. Das ist im Moment unser wichtigstes Kriseninstrument. Wir stehen zusammen und sind auch weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis da“, so Landrat Wolfgang Schuster. Und weiter: „Es geht uns um Sorge und Fürsorge“, sagt Schuster und zitiert den Vorsitzenden der Wirtschaftsweisen, Lars Feld: „Eine solche Situation haben wir alle noch nicht erlebt. Aber wer will im Dunkeln schon die Taschenlampe ausknipsen?“

Der Verwaltungsstab ist ein Gremium, das aus der Verwaltungsspitze und unterschiedlichen Fachleuten der Kreisverwaltung sowie aus externen Kräften besteht. Er ist Teil der Gefahrenabwehr des Lahn-Dill-Kreises und befasst sich mit administrativ-organisatorischen Aufgaben. Ein Verwaltungsstab kann einberufen werden, wenn eine Behörde zusätzlich zu ihren Aufgaben plötzlich mit einem übergreifenden Thema befasst ist und dieses zu bearbeiten hat. So gab es im Jahr 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise beispielsweise auch einen Verwaltungsstab in der Kreisverwaltung, der sich eben diesem Thema angenommen hat.

„Unser ‚Verwaltungsstab Corona‘ trifft sich, je nach Lage, ein- bis dreimal pro Woche. Die Entwicklungen der Corona-Krise werden ständig beobachtet, sodass wir schnell reagieren können“, fährt der Landrat fort. „Wir tauschen uns aus und treffen Entscheidungen. Damit bleibt die Kreisverwaltung auch in dieser Krise nah an den Bürgerinnen und Bürgern und handelt, so gut es unter den gegebenen Umständen möglich ist, in deren Interesse.“ Im Stab sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus der Verwaltung: Gesundheitsamt, Sozialamt, Jugendamt, Rechtsabteilung, Finanzabteilung, Personalabteilung, IT, Schulabteilung, Kreisordnungsbehörden, Gefahrenabwehr, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem wird das Fachgremium um Experteninnen und Experten von Außerhalb ergänzt: Vertreter der Lahn-Dill-Kliniken, des Staatlichen Schulamtes, der Verkehrsbetriebe (VLDW), der Polizei sowie der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises nehmen ebenfalls teil. Alle Beteiligten bringen sich auf den aktuellen Stand aus ihrem Bereich, Herausforderungen und neue Lagen werden besprochen, Lösungen werden diskutiert und umgesetzt, Aufgaben werden verteilt. „Es ist unglaublich wichtig, ganz regelmäßig im Austausch mit den Fachleuten aus dem Lahn-Dill-Kreis zu stehen. Der ‚Verwaltungsstab Corona‘ ist unser strategisches Instrument in dieser Lage“, betont Schuster.

Sicherheit für Stabsmitglieder

Die Sitzungen des Fachgremiums finden im Kreistagssitzungssaal in Wetzlar statt. Bereits seit Wochen gibt die Sitzordnung vor, dass zwischen den Mitgliedern ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. „Wir haben die Anzahl der Stabsmitglieder bereits auf ein Minimum heruntergefahren. Die Abstände zwischen den Sitzplätzen sind groß. Desinfektionsmittel stehen uns zur Verfügung. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, auch in der kommenden Zeit gesund und handlungsfähig zu bleiben. Um uns weitergehend zu schützen, versuchen wir immer häufiger auch andere Formen des Austauschs zu praktizieren“, äußert sich Landrat Wolfgang Schuster am Dienstagnachmittag. Bei der Vielfalt der Themen und Sitzungen, die durchaus bis zu drei Stunden dauern können, sei das direkte Zusammenkommen allerdings immer noch am effektivsten. „Wir wollen uns gerne für andere Arten der Kommunikation öffnen. Es reicht, wenn wir einmal pro Woche aufeinandertreffen“, so der Landrat weiter. Die nächste Sitzung des Verwaltungsstabes sei für Ende dieser Woche anberaumt. Diesmal in Form einer Telefonkonferenz. „Wir finden einen akzeptablen Mittelweg und werden mit der Taschenlampe durch diese dunkle Zeit leuchten“, schließt Schuster ab.

Aktuelle Fallzahlen im Lahn-Dill-Kreis

Im Lahn-Dill-Kreis hat sich die Zahl der Menschen, die sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert haben, auf 181 erhöht (Stand: 31.03.2020; Zahl vom Vortag: 176). 579 Menschen befinden sich in Quarantäne. 21 Menschen konnten bisher aus der Quarantäne entlassen werden.

 

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