Foto (AWLD): Am Standort der Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG im Solmser Gewerbegebiet wird der Sperrabfall aus dem Lahn-Dill-Kreis sortiert und umgeladen.

Von der Bordsteinkante bis ins Kraftwerk

Wie aus jährlich über 3000 Tonnen Sperrabfall Energie wird

An manchen Tagen steht das Telefon nicht still – vor allem montags klingelt es in der Sperrabfallanmeldung der Abfallwirtschaft Lahn-Dill fast pausenlos. „Scheinbar räumen die Leute am Wochenende gerne auf, und dann merken sie, was sie alles loswerden wollen“, vermuten Claudia Buchholz und Saskia Schmitt von der Sperrabfall-Hotline. Und meist soll es dann ganz schnell gehen. „In der Regel bekommen unsere Bürgerinnen und Bürger ihren Sperrabfall innerhalb nur weniger Wochen abgeholt. Maximal kann es bis zu acht Wochen dauern“, erklärt Frank Dworaczek, 1. Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Lahn-Dill.

Sperrabfall ist im Grunde Restabfall, der nicht in die Tonne passt und deshalb extra abgefahren werden muss. Matratzen, Teppiche, Regale, Bettgestelle und Polstermöbel sieht man besonders häufig am Straßenrand stehen. Nicht zum Sperrabfall zählen Elektrogeräte, Altmetall, Altreifen, Zäune sowie Teile von Umbau- und Abbrucharbeiten. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Gegenstand zum Sperrabfall zählt oder nicht, ruft am besten die Sperrabfall-Hotline (Tel. 06441 407-1899) an oder wirft im Internet einen Blick ins Abfall-ABC. Am einfachsten meldet man seinen Sperrabfall direkt auf der Internetseite www.awld.de online zur Abholung an.

Holzanteil wird separat verwertet

Im Jahr 2017 wurden im Lahn-Dill-Kreis insgesamt 3.224 Tonnen Sperrabfall eingesammelt, darunter knapp 1000 Tonnen Holz. Früher mussten die Bürger den Holzanteil vor der Abholung selbst trennen und separat an die Straße stellen. Seit Mitte des vergangenen Jahres übernimmt dies das beauftragte Abfuhrunternehmen Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG auf ihrem Gelände in Solmser Gewerbegebiet. Hier wird der gesammelte Sperrabfall gewogen, abgeladen und ein erstes Mal sortiert. Neben Fremdstoffen wie Altmetall wird vor allem der Holzanteil mit Greifern und falls notwendig auch händisch aus dem Abfallberg gezogen.

Das Holz aus dem Sperrabfall wird von der Wertstoffgesellschaft KKM GmbH abgeholt und in einem Biomassekraftwerk bei Flörsheim energetisch verwertet. Aus dem restlichen Sperrabfall wird ein Ersatzbrennstoff (EBS) gewonnen, der ebenfalls zur Energiegewinnung in Kraftwerken eingesetzt wird. Dazu wird der Abfall vorher in einer Aufbereitungsanlage der Firma Knettenbrech + Gurdulic in Wiesbaden nochmals sortiert, zerkleinert und getrocknet. EBS gibt es je nach Verwendungszweck mit unterschiedlichen Brennwerten – niedrig-, mittel- oder hochkalorisch. „Fossile Brennstoffe werden langfristig immer knapper und ihre Gewinnung immer aufwändiger, deshalb ist es so wichtig, unsere Abfälle als Sekundärrohstoffe zu begreifen und das Beste daraus zu machen“, so Frank Dworaczek.

Gebrauchtes verschenken statt wegwerfen

Im Lahn-Dill-Kreis – von Dietzhölztal bis Waldsolms – sind ständig drei Sperrabfall-Fahrzeuge im Einsatz. Fassungsvermögen ca. acht Tonnen. Das reicht für 20 bis 25 Abfuhren. Wer seine Sperrabfälle zur Abholung bereit legt, sollte auch an die Fahrer denken und darauf achten, dass es nicht mehr als fünf Kubikmeter sind und die Sperrgüter nicht länger als zwei Meter und schwerer als 50 Kilogramm sind. Last but not least gibt es im Lahn-Dill-Kreis aber noch weitere Möglichkeiten, Möbel und anderes loszuwerden. Eine begrenzte Menge Möbelholz kann auch am nächsten Wertstoffhof kostenlos abgegeben werden. Und was noch gut erhalten ist, nimmt die GWAB in Wetzlar für ihr Gebrauchtwarenkaufhaus gerne entgegen. Eine weitere Alternative ist der kostenlose Online-Verschenkmarkt der Abfallwirtschaft Lahn-Dill.

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