Der Lahn-Dill-Kreis zieht Bilanz zu 2021 und gibt einen Ausblick in das neue Jahr 2022. (Foto: formatoriginalphotos via canva.com)

Was war los in 2021, was kommt im neuen Jahr?

Pandemie, Hochwasser, Wirtschaft und Soziales – eine Bilanz 

Ein ereignisreiches Jahr 2021 ist zu Ende gegangen. Welche Themen haben die Kreisverwaltung beschäftigt?

Die Corona-Pandemie erreichte einen neuen Höhepunkt, die Impfzentren öffneten und schlossen wieder, in Deutschland kam es zur Hochwasserkatastrophe, bei der auch Hilfskräfte aus dem Lahn-Dill-Kreis im Einsatz waren. Außerdem steht der Kreis vor der Herausforderung, gesellschaftliche, soziale und klimatische Aufgaben zu behandeln und verantwortungsbewusst zu bewältigen.

Corona-Pandemie: Ein Jahr Impfungen im Lahn-Dill-Kreis

Auch das Jahr 2021 wurde zu weiten Teilen von der Corona-Pandemie bestimmt. Die mobilen Impfteams starteten bereits zum Ende des vergangenen Jahres mit den Corona-Impfungen, am 9. Februar 2021 öffnete das Impfzentrum des Kreises in Lahnau. Zwar gab es zu Beginn noch Priorisierungen bei der Impfreihenfolge, diese und wenig später auch die Terminvergabe wurden im Sommer 2021 jedoch aufgehoben. Nach Vorgabe des Landes schlossen alle hessischen Impfzentren am 30. September 2021. In den acht Monaten von Öffnung bis Schließung des Impfzentrums wurden dort und von den mobilen Impfteams 188.534 Corona-Schutzimpfdosen verabreicht.

Virusvarianten, hohe Inzidenzen, ein überlastetes Gesundheitswesen und noch zu niedrige Impfquoten – das ist der Tatsachenbestand, mit dem das Jahr 2021 sich zu Ende neigt. Seit dem 21. Dezember 2021 ist die hochansteckende Virusvariante Omikron im Lahn-Dill-Kreis offiziell angekommen. Mit den mobilen Impfteams, den im Dezember neu errichteten Impfambulanzen in Wetzlar und Herborn sowie den Kinderimpfaktionen, die im Januar starten, steht im Lahn-Dill-Kreis ein breites und niedrigschwelliges Impfangebot für alle impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Damit unterstützt der Kreis die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die seit Schließung der Impfzentren im September offiziell für die Corona-Impfungen in Hessen zuständig sind.

Schule und Bildung

Für den Lahn-Dill-Kreis als Schulträger war das Jahr 2021 vor allem von einem besonderen Ereignis geprägt: Der Neubau der Goetheschule Wetzlar wurde rund zwei Jahre nach Grundsteinlegung fertiggestellt und am 26. Oktober 2021 offiziell eröffnet. Ein buntes Rahmenprogramm begleitete dieses Event. Im Jahr 2019 begannen die Bauarbeiten für das neue Gebäude der Goetheschule. Insgesamt hat der Neubau rund 39 Millionen Euro gekostet. Das Land Hessen unterstützte das Projekt mit 2,78 Millionen Euro.

Das Jahr 2021 war für die Schülerinnen und Schüler im Lahn-Dill-Kreis zu weiten Teilen durch Distanzunterricht bestimmt. Um den pädagogischen und edukativen Nutzen für alle so hoch wie möglich halten zu können, fanden besondere Schulungen für den Distanzunterricht statt. Außerdem wurden das Glasfasernetz sowie die W-Lan-Verbindungen an Schulen im Landkreis weiter ausgebaut und digitale Geräte für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Dass die Digitalisierung an Schulen weiterhin große Fortschritte macht, zeigt auch das in diesem Jahr gestartete Kooperationsprojekt ‚Robotikum‘ am Johanneum-Gymnasium Herborn, bei dem die Schülerinnen und Schüler mit kleinen Robotern das Programmieren lernen können.

2021 fielen knapp 70 Prozent der Investitionsausgaben (33 Millionen Euro) des Lahn-Dill-Kreises auf den Bereich der Schulträgeraufgaben. Im Jahr 2022 fallen rund 76 Prozent der Investitionsausgaben (35,1 Millionen Euro) auf diesen Bereich. Dies macht deutlich, wie sehr die Kreisverwaltung einen Schwerpunkt auf Bildung legt. Der Kreis wendet in 2022 insgesamt 81,2 Millionen Euro für den Betrieb und Unterhaltung der 92 Schulen im Landkreis auf und gibt 2.504 Euro für jede Schülerin und jeden Schüler im Lahn-Dill-Kreis aus, um die Bildungsversorgung auf einem hohen Niveau zu halten.

Soziales und Integration

Um die die Lebensbedingungen von Alt und Jung zwischen den Generationen in diesem Jahr weiterhin zu verbessern, fanden im Jahr 2021 einige Projekte im Bereich Soziales und Integration statt. Gemeinsam mit der Sonderstatusstadt Wetzlar vereinbarten der Lahn-Dill-Kreis die Zusammenarbeit mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen für mehr Inklusion und die Weiterentwicklung inklusiver Strukturen.

Rassismus und Diskriminierung haben im Lahn-Dill-Kreis keinen Platz. Deshalb beteiligt sich die Kreisverwaltung unter anderem an der Aktion ‚Bunte Stühle‘. Zudem richtete der Lahn-Dill-Kreis im Rahmen des Landesprogrammes ‚Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus‘ eine sogenannte DEXT-Fachstelle (Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention) ein. Die Rassismusprävention wird seit diesem Jahr außerdem mit dem neu eröffneten Haus der Prävention gefördert.

Wirtschaftsregion Lahn-Dill

Mittelständische Unternehmen im Lahn-Dill-Kreis stehen vor großen Veränderungsprozessen. Die Digitalisierung ist in vollem Gange, die industrielle Fertigung verändert sich, die Anforderungen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden höher. Die sich entwickelnden Dynamiken stellen eine große Herausforderung für den Wirtschaftsstandort an Lahn und Dill und der gesamten Region dar. Deswegen legt der Kreis die Koordination des Wirtschaftsstandortes nun gemeinsam mit den mittelhessischen Landkreisen, den drei Oberzentren und der Stadt Limburg in die Hände des Regionalmanagements Mittelhessen, dessen Gesellschafter Stadt und Landkreis sind. Die regionale Koordination und das interinstitutionelle Zusammenarbeiten soll das Erarbeiten gemeinsamer Konzepte für die Gestaltung des Strukturwandels, die Bündelung der Akquise von Fördermitteln im Auftrag der Kreis und Kommunen und das Ergreifen der Chancen von Qualifizierungsprogrammen für die Weiterbildung von Beschäftigten beinhalten.

Zudem fand im Frühjahr der erste Gründungsstammtisch Lahn-Dill, organisiert von der LEADER-Region Lahn-Dill-Wetzlar, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill, der Kreishandwerkerschaft und der Wirtschaftsförderung des Kreises, statt. Das Ergebnis des Treffens: Das Gründungspotenzial im Lahn-Dill-Kreis ist hoch. Mit dem Stammtisch kommt nun eine niederschwellige, lokale Vernetzungsmöglichkeit für Gründerinnen, Gründer und unterstützende Institutionen hinzu.

Der Fachkräftenachwuchs in der Region Lahn-Dill stand ganz oben auf der Agenda des diesjährigen Sommergespräches zwischen der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill und dem Lahn-Dill-Kreis. Eine hohe Ausbildungsquote ist von hoher Wichtigkeit für eine gute wirtschaftliche Entwicklung im Kreis. Beim Thema Fachkräftenachwuchs setzt die Kreisverwaltung unter anderem auf stabile Netzwerke, um die Entwicklung des Lahn-Dill-Kreises und der Region Mittelhessen mit zukunftsrobusten Konzepten und dem Fokus auf Innovation gestalten zu können.

Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die heimische Wirtschaft insgesamt war in diesem Jahr wieder Thema. Das Jahr hat gezeigt, wie wertvoll die langjährige Zusammenarbeit der einzelnen Wirtschaftsakteure im Lahn-Dill-Kreis ist.

Weitere Projekte im Breitbandausbau

In der Gemeinde Lahnau konnte vor wenigen Wochen das nächste Ausbauprojekt der ‚lahn-dill-breitband‘-Initiative gestartet werden. Für rund 32 Millionen Euro werden über 10.000 Unternehmensstandorte an das glasfaserbasierte Gigabitnetz angeschlossen. Nach Abzug der Fördermittel von Bund und Land muss sich der Landkreis mit noch knapp drei Millionen Euro beteiligen. Seit 2014 hat dann die kommunale Arbeitsgemeinschaft ‚lahn-dill-breitband‘ mit Hilfe von Fördergeldern fast 100 Millionen Euro in den Breitbandausbau investiert. Somit können nun rund 96 Prozent der Haushalte im Lahn-Dill-Kreis mit Datengeschwindigkeiten von über 100 Mbit/s surfen. Ganz wichtig dabei: Alle Schulen und Kliniken haben Glasfaseranschlüsse bekommen. Begonnen wurde auch das größte Projekt im Breitbandausbau – der Vollausbau. Für das Ziel ‚Glasfaser in jeden Keller‘ müssen erneut 200 Millionen Euro und viel Zeit investiert werden.

Energie- und Klimaschutzmanagement

Spätestens seit der Flutkatastrophe im Sommer 2021 ist es unübersehbar: Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Auch er verlangt nach einem Umdenken – und nach neuen Jobs. Trotz der vielen großen Herausforderungen, die dieses Jahr prägten, waren der Klimaschutz und das Energiemanagement durchweg wichtige Anliegen. Die Kreisverwaltung möchte sich insbesondere mit den Wünschen und Ängsten der jungen Generationen auseinandersetzen. Deshalb waren 2021 drei Schülerinnen und Schüler der Fridays-For-Future-Bewegung zu Gast im Kreishaus, übergaben einen offenen Brief mit Forderungen und tauschten sich mit Landrat Wolfgang Schuster aus. Zudem ist der Lahn-Dill-Kreis seit diesem Jahr eine sogenannte Modellkommune für ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ (BNE-Modellkommune). Das bedeutet, dass Landkreis künftig ein noch größerer Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales liegen wird.

Mobilitätsmanagement für den Lahn-Dill-Kreis

Sichere, selbstständige und nachhaltige Mobilität ist vor allem für Schülerinnen und Schüler im Lahn-Dill-Kreis wichtig. Sieben Grundschulen haben hierfür im Rahmen des hessischen Beratungs- und Qualifizierungsprogramms ‚Besser zur Schule‘ Schulmobilitätspläne mit passenden Maßnahmenbündeln für den jeweiligen Standort erarbeitet. Diese beinhalten beispielsweise die Beseitigung von Engstellen an Gehwegen, die Markierung von Schulwegen mit den sogenannten ‚Gelben Füßen‘ oder das Einführen von ‚Elternhaltestellen‘. Außerdem investierte der Kreis 559.000 Euro in die Einrichtung von Fahrradabstellanlagen an zehn Schulstandorten im Kreisgebiet. Die Maßnahmen sorgen für sichere und komfortable Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern und reduzieren das Verkehrsaufkommen vor der Schule. Das erhöht die Verkehrssicherheit. Mittels des Leitfadens für Radstellanlagen seitens des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen wurden für das Projekt bereits geeignete Modelle für die jeweiligen Zielgruppen ausgewählt. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 447.200 Euro. Somit ergibt sich eine Zuwendung des Landes Hessen von 80 Prozent.

Würdigung des Ehrenamtes

2021 unterstützte der Lahn-Dill-Kreis die Sportförderung mit rund 310.000 Euro. Die pandemiebedingten Einschränkungen wurden durch die Sportvereine verstärkt für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen genutzt. Demnach stieg der Förderbetrag für sogenannte investive Maßnahmen auf 144.965 Euro (2019: 91.040 Euro; 2020: 130.450 Euro). Im Bereich der Jugendsportförderung konnten mit 7,15 Euro pro Kind und Jugendlichen insgesamt 118.000 Euro an 186 Vereine im Lahn-Dill-Kreis ausgezahlt werden.

Um den Sportvereinen für die pandemiebedingten Einschränkungen einen weiteren Ausgleich bieten zu können, blieben die Sporthallen auch in den Sommerferien geöffnet.

Haushalt 2022 und 2023

Insgesamt ist festzustellen, dass in den Haushaltsjahren 2022 und 2023 die ordentlichen Aufwendungen stärker steigen als die Erträge. Im Haushaltsjahr 2022 erreicht die Kreisverwaltung die sogenannte schwarze 0. Bei Erträgen von rund 399,7 Millionen Euro und fast gleichen Aufwendungen rechnet der Kreis mit einem Überschuss in Höhe von 84.182 Euro. Der Ergebnishaushalt 2023 schließt bei Erträgen in Höhe von rund 406,5 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von rund 408,9 Millionen Euro mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro ab. Dieser Fehlbetrag muss durch den Einsatz von Rücklagen aus Überschüssen der Vorjahre ausgeglichen werden. Die Haupteinnahmequellen bleiben die Kreis- und

Schulumlage sowie die Erlöse aus Zuweisungen und Zuschüssen.

Ausblick 2022

Im kommenden Jahr wird der Fokus mit Blick auf die noch immer andauernde Pandemie weiterhin auf einem Thema liegen: Die Corona-Impfung. Die Kreisverwaltung wird gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Dillkreis e.V. weitere Impfangebote zur Verfügung stellen und so die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Kreis unterstützen.

Die Investitionsschwerpunkte liegen auch in 2022 in den Bereichen Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur. Aufbauend auf der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern hat die Hessische Landesregierung das Programm ‚Digitale Schule Hessen‘ entwickelt, um junge Menschen in der digitalen Gesellschaft zu fördern. In Hessen wurde mit zusätzlichen Mitteln ein Gesamtpaket geschnürt: Neben der Verbesserung der IT-Ausstattung und Infrastruktur werden die Erstellung und Weiterentwicklung von Medienbildungskonzepten sowie Lehrkräftefortbildungen unterstützt.

Für Infrastrukturinvestitionen stellt der Lahn-Dill-Kreis im Doppelhaushalt 2022/2023 wiederum knapp 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Haushaltsrede von Landrat Wolfgang Schuster zum Doppelhaushalt 2022/2023 finden Interessierte hier.

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