Von links: Andreas Richter; Carsten Braun, Henriette Klinkhart, Roland Esch, Dr. Florian Warburg, Eva Susanne Götz (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

„Wir sind neun Orte, aber eine Gemeinde!“

Dorfentwicklungsverfahren der Gemeinde Driedorf

Die Gemeinde Driedorf hat bereits 2018 den Entschluss gefasst, am hessischen Dorfentwicklungsverfahren teilzunehmen. Die entsprechende Bewerbung Anfang 2019 wurde mit Unterstützung der Fach- und Förderbehörde, die Abteilung für den ländlichen Raum Gießen und Lahn-Dill, vorbereitet und eingereicht.

Meilenstein: Anerkennung

Im Sommer 2019 hat das hessische Umweltministerium (HMUKLV) die Gemeinde Driedorf als neuen Förderschwerpunkt anerkannt– einer von insgesamt sieben in ganz Hessen. Mit tatkräftigem Einsatz durch die Gemeinde und deren Einwohnerinnen und Einwohner – vertreten durch die so genannte Steuerungsgruppe (Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinswesen und Gesellschaft) – startete der Dauerlauf zum nächsten Meilenstein.

Meilenstein: Konzept

In 2020 stand die Erstellung eines Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes – IKEK – zusammen mit der ausgewählten Bürogemeinschaft KuBuS Planung und HKlinkhart (Wetzlar) – auf dem Programm. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde dies zum Hürdenlauf. Doch mit kreativen, pragmatischen Lösungen und durch den Einsatz aller Beteiligten – angefangen vom Ministerium und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank über die Fachbehörde beim Lahn-Dill-Kreis, den gemeindlichen Gremien und der Verwaltung, der Bürogemeinschaft bis hin zur Bevölkerung – erreichte die Gemeinde Driedorf Anfang 2021 den zweiten Meilenstein mit folgenden Themenschwerpunkten im Fokus: Innenentwicklung, Wohnen und Arbeit / Daseinsvorsorge und Gemeinschaftsleben / Naherholung und Tourismus.

Meilenstein(e): Umsetzung der geplanten Projekte 2021 bis 2027 – eine Auswahl

  • Verfahrensbegleitung für die Umsetzungsphase
  • Baulücken- und Leerstandsmanagement
  • Städtebauliche Beratung für private Antragsteller einrichten
  • Unterstützung der Vernetzung von Start-ups und jungen Unternehmen
  • Jugend-Workshop – Einbindung von Jugendlichen
  • Funktionale Aufwertung und Sanierung von DGHs als Treffpunkte für die Gemeinschaft
  • Schaffung von Treffpunkten im Freien (Dorf-, Mehrgenerationen-/Multifunktionsplätze), z. B. Multifunktionsfläche in Waldaubach
  • Arbeitsgruppe Tourismus verstetigen
  • Erlebnispfade einrichten

„Von Anfang an hieß unser Motto: Wir gehen es sportlich an!“, unterstrich Bürgermeister Carsten Braun. Er brachte mit dem Fahrrad das fertige Konzept aus Driedorf zum Lahn-Dill-Kreis und übergab es dem Ersten Kreisbeigeordneten Roland Esch. Dieser gratulierte der Gemeinde Driedorf und der Bürogemeinschaft KuBuS Planung und HKlinkhart – vertreten durch Andreas Richter und Henriette Klinkhart – zum erfolgreichen Abschluss und bedankte sich ausdrücklich bei der Abteilung für den ländlichen Raum, Eva Susanne Götz und Dr. Florian Warburg, für die gelungene Arbeit unter erschwerten Bedingungen.

Hintergrund Dorfentwicklung

Moderne und zukunftsfähige Dörfer sind ein wesentlicher Bestandteil des ländlichen Raums. Ziel der hessischen Dorfentwicklung ist es, die Dörfer als attraktiven und lebendigen Lebensraum in allen Lebensbereichen zu gestalten sowie durch eine eigenständige Entwicklung die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale vor Ort zu mobilisieren. Die unterschiedliche räumliche Lage und strukturelle Ausgangssituation der Kommunen sind dabei zu berücksichtigen.

Die erforderlichen Anpassungs- und Entwicklungsprozesse an die demografischen und strukturellen Veränderungen sollen mit Hilfe der Dorfentwicklung nachhaltig begleitet werden. Dazu müssen überörtliche und regionale Zusammenhänge stärker beachtet werden. Die kommunale Gesamtstrategie auf der Grundlage eines IKEK muss sich auf alle Stadt-/Ortsteile erstrecken und u. a. Aussagen darüber treffen, wie Grundversorgung und kommunale Infrastruktur längerfristig gesichert werden können. Dabei sind die Bürgermitwirkung ebenso wie der Aufbau von sozialen und kulturellen Netzwerken, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Verringerung des Flächenverbrauchs eigenständige Programmziele.

Um eine flächensparende Siedlungsentwicklung nach dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ zu ermöglichen, werden vielfältige finanzielle Anreize für eine nachhaltige Innenentwicklung angeboten.

Infos und Kontakt

Kontakt

Susanne Müller-Etzold

Pressestelle

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1105
06441 407-1051
presse@lahn-dill-kreis.de