Wolfram Dette (Mitte) und die Klasse 8B der Wilhelm-von-Oranien-Schule in Dillenburg (Foto: Paul Sajon)

Wolfram Dette auf Schulbesuch in Dillenburg

Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule diskutierten mit dem Wirtschaftsdezernenten des Lahn-Dill-Kreises

„Die Füße hochzulegen, weil man in der Rente ist – so ein Typ bin ich nicht.“ So antwortete Wolfram Dette den 14- und 15-jährigen Jugendlichen auf deren Frage nach seinem Ruhestand. Der Ex-Oberbürgermeister von Wetzlar wurde im Rahmen des Unterrichtsprojektes „Wirtschaft in Hessen“ von der Klasse 8B und dem betreuenden Politiklehrer Paul Sajon zu einer Diskussionsrunde eingeladen. In diesem Rahmen wurden verschiedene Themen besprochen.

Im wirtschaftlichen Bereich, so Wolfram Dette, könne der Landkreis vor allem die Rahmenbedingungen bei der Qualifizierung der Arbeitskräfte (gutes schulisches Angebot), der Breitbandversorgung (schnelles Internet) und der Verkehrsanbindung günstige Voraussetzungen schaffen und darauf hoffen, dass sich die Unternehmen im Lahn-Dill-Kreis niederlassen bzw. nicht abwandern wollen. Einen direkten Einfluss auf die unternehmerischen Entscheidungen habe der Lahn-Dill-Kreis nicht.

Da die Wirtschaft im Lahn-Dill-Kreis stark exportorientiert sei, könne sie nur ein schwerer globaler Konjunktureinbruch dauerhaft schädigen. Selbst der anvisierte Umbau in der Autoindustrie betreffe nur ca. ein Drittel der heimischen Auto-Zulieferer. Diese Betriebe müssten sich mittel- und langfristig neu ausrichten. Dies würde vor allem die Zulieferer für Motoren und Getriebe treffen.

Zu den Busverbindungen einschließlich der Schülerverkehre sagte Wolfram Dette, dass sie für den Landkreis mit ca. 7 Mio. Euro im Jahr ein Zuschussgeschäft seien. Langfristig seien auf diesem Gebiet wahrscheinlich neue Lösungen wie z. B. Anrufsammeltaxis, Mitfahrer-Apps usw. notwendig. Der Kreis wird sich aber auch künftig für die gute Schulbusversorgung einsetzen.

Auch die Situation im Hessischen Landgestüt in Dillenburg bewegte die Schülerinnen und Schüler. Wolfram Dette erklärte, dass die teilweise Schließung aus der Sicht der Mehrheit des Kreistages nicht zwingend gewesen wäre. Das Land Hessen als Eigentümer hatte dafür den Tierschutzgedanken (Auslauffläche/Bewegung) in den Vordergrund gestellt, obwohl die Pferde seit Jahrzehnten in einem guten gesundheitlichen Zustand waren. Die Landesregierung hat politisch anders entschieden.

Im Projekt „Wirtschaft in Hessen“ hatten sich die Schülerinnen und Schülern in sieben Gruppen inhaltlich sehr intensiv mit verschiedenen Aspekten beschäftigt. Daher konnten nicht alle von den 25 breit gefächerten Fragen in der zur Verfügung stehenden Zeit beantwortet und dargestellt werden. Wolfram Dette bedankte sich ausdrücklich für die gründliche Vorbereitung. Zum Schluss wurde er persönlich und erklärte: „Auch als ehrenamtlicher Dezernent ist es nicht immer einfach, das Familienleben mit meiner Tätigkeit zu vereinbaren. Meine Frau ist gelegentlich unzufrieden mit mir, aber sie versteht mich auch gut. Zu meiner aktiven Zeit war meine Arbeitswoche 60 Arbeitsstunden lang und mehr – heute ist es noch ca. die Hälfte. Ich möchte meine Erfahrung und Kraft gerne noch einbringen, um den Landkreis nach vorne zu bringen. Wenn ich mich mit den Verantwortlichen auf der menschlichen Ebene nicht gut verstehen würde, könnte ich meine aktuelle Tätigkeit so nicht ausüben.“

Text: Lea Müller, Klasse 8B, Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

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