Zweiter Corona-Todesfall im Lahn-Dill-Kreis (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Zweiter Corona-Todesfall im Lahn-Dill-Kreis / 63 Infizierte gelten als genesen

64-jährige Bewohnerin des Lebenshilfe-Wohnheims in Niederscheld verstorben

Am Donnerstag ist eine 64-jährige Bewohnerin des Lebenshilfe-Wohnheims in Niederscheld verstorben. Die Frau mit Down-Syndrom war bereits durch schwerwiegende Vorerkrankungen vorbelastet und gesundheitlich beeinträchtigt.  Die Verstorbene zählte zu den insgesamt acht positiv getesteten Bewohnern der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

„Der Tod unserer Bewohnerin ist ein schmerzlicher Verlust für uns“, betonte Lebenshilfe-Vorstand Dr. Oliver Schmitzer.  Nachdem die Verstorbene am 21. März Erkältungssymptome zeigte, veranlasste das Wohnheim aufgrund ihrer Vorerkrankungen nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine Einweisung ins Krankenhaus, wo sie positiv auf Covid-19 getestet wurde. „Wir bedauern den Tod der Bewohnerin der Lebenshilfe in Niederscheld. Doch leider stehen wir erst am Anfang. Das ist traurig, aber es ist Realität. Umso wichtiger und entscheidender ist es, uns auch weiterhin an die Regeln zu halten und damit die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen“, sagt Landrat Wolfgang Schuster am Freitagvormittag.

Mit Beginn der ersten Symptome verschärfte das Wohnheim die Sicherheitsmaßnahmen, die Betreuungsarbeit in der Einrichtung erfolgte fortan mit Schutzkleidung.  Die Bewohner wurden isoliert, sofern dies möglich war. „Aufgrund ihrer geistigen Behinderung ist vielen unserer Klienten die Tragweite des Infektionsrisikos nicht bewusst“, erläuterte Schmitzer. „Dadurch fällt es ihnen natürlich schwer, Verständnis für die Notwendigkeit der Quarantäne zu entwickeln.“

Nach der Positivtestung stimmte die Lebenshilfe mit dem Gesundheitsamt weitere Maßnahmen ab.  So wurde am Eingang des Heims eine Schleuse errichtet, ab der die Mitarbeiter die Schutzkleidung – bestehend aus Schutzkittel, Schutzbrille und einer FFP2-Maske – anlegen bzw. nach der Arbeit wieder ablegen müssen.  So soll verhindert werden, dass das Virus sowohl nach innen als auch nach außen getragen wird. Hausarzt und Gesundheitsamt stehen in täglichem Kontakt zur Einrichtung. Die Krankheitsentwicklungen der Bewohner werden täglich übermittelt.

Symptomatische Bewohner und Mitarbeiter sind umgehend auf das Corona-Virus getestet worden. Insgesamt haben sich acht Bewohner und acht Mitarbeiter des Wohnheims Niederscheld mit dem neuartigen Corona-Virus SARS-Cov-2 infiziert. Um das betroffene Wohnheim in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen, setzt die Lebenshilfe nun Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen zur Betreuungsarbeit in Niederscheld ein. „Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitern, die mit sehr viel Einsatz alles dafür tun, die von uns betreuten Menschen bestmöglich zu schützen und zu betreuen“, so Schmitzer.

Die Zahl der Infizierten im Lahn-Dill-Kreis beträgt, Stand heute, 3. April 2020, 12:00 Uhr, 227. Davon gelten aktuell 63 Personen als genesen.

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