28.08.2026 | 07:11
Konsolidierung zeigt Wirkung: Lahn-Dill-Kreis verringert geplantes Haushaltsdefizit um bis zu 16 Millionen Euro
Sparmaßnahmen, zurückhaltende Stellenbesetzungen und sinkende Flüchtlingszahlen entlasten den Kreishaushalt / Investitionen in Schulen und Infrastruktur laufen planmäßig weiter

Der Kreisausschuss wird die Haushaltsentwicklung auch in den kommenden Monaten fortlaufend beobachten und den Haupt-, Finanz-, Wirtschafts- und Organisationsausschuss regelmäßig informieren. Foto: Pro-Content
Der Lahn-Dill-Kreis setzt seinen konsequenten Kurs einer sparsamen und verantwortungsvollen Haushaltsführung fort. Das zeigt der im Haupt-, Finanz-, Wirtschafts- und Organisationsausschuss vorgestellte Finanzzwischenbericht für das laufende Haushaltsjahr mit Stand Ende April. Die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge: Nach aktueller Prognose wird sich das ursprünglich geplante Haushaltsdefizit um bis zu 16 Millionen Euro verringern. Dazu tragen insbesondere eine konsequente Ausgabendisziplin, erhebliche Einsparungen im Personalbereich durch eine zurückhaltende Wiederbesetzung von Stellen sowie rückläufige Flüchtlingszahlen bei, die den Kreishaushalt spürbar entlasten.
„Die Entwicklung der ersten Monate zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Wir gehen verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Steuergeldern um und hinterfragen Ausgaben konsequent. Gleichzeitig ist es gelungen, durch eine sehr zurückhaltende Stellenbesetzung Personalkosten deutlich zu reduzieren. Auch die rückläufigen Flüchtlingszahlen entlasten unseren Haushalt. Das alles trägt dazu bei, dass sich das geplante Defizit nach heutigem Stand um bis zu 16 Millionen Euro verringern wird“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Frank Inderthal.
Die positive Entwicklung zeigt sich nicht nur im Ergebnishaushalt. Auch bei den Investitionen kommt der Lahn-Dill-Kreis planmäßig voran. Über den Stand der wichtigsten Bau- und Infrastrukturprojekte informierte der Kreisausschuss den Kreistag ebenfalls im Rahmen des Zwischenberichts.
Bei der Schadensabwicklung des Parkhauses am Kreishaus in Wetzlar wurde mit der Unterzeichnung des Vergleichs mit der ausführenden Baufirma ein wichtiger Meilenstein erreicht. Der Teilrückbau beginnt zeitnah. Die hierfür erforderlichen Mittel sind durch bereits eingeplante Haushaltsansätze gedeckt.
Auch bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße 828 in Albshausen verläuft das Projekt im vorgesehenen finanziellen Rahmen. Aufgrund der Arbeiten an der Bundesstraße 49 hat sich der Zeitplan zwar verschoben, die Ausschreibung ist jedoch weiterhin für Herbst 2026 vorgesehen. Mit dem Baubeginn wird im Frühjahr 2027 gerechnet.
An der Johann-von-Nassau-Schule in Dillenburg wurde der erste Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen. Nach dem Umzug der Verwaltung in den Osterferien laufen derzeit die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt. Trotz allgemeiner Preissteigerungen befindet sich das Projekt weiterhin im geplanten Kosten- und Zeitrahmen.
Auch die Schulbauprojekte in Wetzlar entwickeln sich planmäßig. Für den Ersatzneubau der Käthe-Kollwitz-Schule werden derzeit die Ausführungsplanung und die Ausschreibungen vorbereitet. Beim Ersatzneubau der Friedrich-Fröbel-Schule laufen nach der Beauftragung des Generalunternehmens die vorbereitenden Arbeiten. Beide Projekte liegen sowohl finanziell als auch zeitlich im Plan.
„Gerade in finanziell anspruchsvollen Zeiten zeigt sich, dass konsequentes Haushalten und notwendige Zukunftsinvestitionen kein Widerspruch sind. Wir investieren weiterhin gezielt in unsere Schulen und Infrastruktur, ohne die Haushaltsdisziplin aus den Augen zu verlieren“, betont Landrat Carsten Braun.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die finanzielle Lage herausfordernd. Zu den größten Unsicherheitsfaktoren zählt weiterhin die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Zudem können steigende Kraftstoffpreise, höhere Personalkosten im ÖPNV sowie noch nicht abschließend bewertbare Entwicklungen in der Schülerbeförderung den Haushalt im weiteren Jahresverlauf beeinflussen.
Auch die Entwicklung der Kommunalfinanzen insgesamt bereitet dem Kreis Sorge: „In der aktuellen Situation gelingt es keiner Kommune im Kreis mehr den Haushalt 2026 planerisch oder auch in der Umsetzung auszugleichen und die wenigen Rücklagen sind zum Teil bereits aufgebraucht. Dies ist eine Entwicklung, die wir mit großer Sorge verfolgen und ständig im Dialog mit den Städten und Gemeinden auf der Tagesordnung haben“ erläutert Carsten Braun zu diesem Thema.
Dennoch bewertet die Kreisverwaltung die bisherige Entwicklung 2026 insgesamt positiv. Der Zwischenbericht macht deutlich, dass der eingeschlagene Konsolidierungskurs Wirkung entfaltet. Ziel bleibt es, auch in den kommenden Monaten Ausgaben konsequent zu hinterfragen und Einsparpotenziale zu nutzen, ohne die Leistungsfähigkeit der Kreisverwaltung oder die Qualität der Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu beeinträchtigen.
„Die ersten Monate des Jahres geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Gleichzeitig wissen wir, dass zahlreiche Entwicklungen außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Deshalb werden wir den Haushalt weiterhin mit größter Disziplin steuern und jede Ausgabe sorgfältig abwägen“, so die Hauptamtliche Kreisbeigeordnete Dr. Rebecca Neuburger-Hees.
Der Kreisausschuss wird die Haushaltsentwicklung auch in den kommenden Monaten fortlaufend beobachten und den Haupt-, Finanz-, Wirtschafts- und Organisationsausschuss regelmäßig informieren.
„Haushaltskonsolidierung ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf! Und wir haben noch eine lange Strecke bis zum Ziel vor uns“, konstatieren Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Frank Inderthal und Carsten Braun übereinstimmend.

