24.09.2026 | 14:00
Neuer Stabsraum für den Katastrophenschutz
Zehn Arbeitsplätze und moderne Technik für die Stabsarbeit / Sechsmonatiger Umbau in der Zentralen Leitstelle abgeschlossen

Die neue Medienwand bietet dem Führungs- und Katastrophenschutzstab eine gute Übersicht, über verschiedene Lageinformationen, wie Einsatzeinheiten, Wetterdaten wie Windrichtung, Pegelstände oder auch aktuelle Nachrichten. Foto: Lahn-Dill-Kreis
Ein schweres Unwetter zieht über den Lahn-Dill-Kreis. Straßen sind überflutet, Bäume blockieren Verkehrswege, Strom fällt in mehreren Orten aus und zahlreiche Einsatzstellen müssen gleichzeitig gesteuert werden. In einer solchen Lage kommt es darauf an, schnell einen Überblick zu gewinnen, Informationen zusammenzuführen und die notwendigen Maßnahmen zu koordinieren. Genau dafür steht dem Lahn-Dill-Kreis jetzt ein neuer moderner Stabsraum in der Zentralen Leitstelle zur Verfügung.
Nach sechs Monaten Umbauzeit wurde der neue Raum jetzt eingeweiht. Zehn Arbeitsplätze stehen für die verschiedenen Stabspositionen zur Verfügung. Sieben TV-Bildschirme und ein weiterer großer Touchscreen ermöglichen es, Informationen übersichtlich darzustellen und gemeinsam auszuwerten. Die TV-Bildschirme können auch per Smartphone angesteuert werden. Über den Touchscreen können beispielsweise Karten aufgerufen und einzelne Bereiche vergrößert werden, um die Lage im Detail zu betrachten.
Für den Umbau wurde die vorhandene Zwischenwand in Eigenregie zurückgebaut und der bestehende Raum neugestaltet. Die Planung für das Projekt begann bereits 2023. Der Umbau wurde in vier Teilprojekte gegliedert: Bau, Technik, Finanzen und Sicherheitstechnik. Von Februar bis März 2026 wurde zunächst der ursprüngliche Raum mit der Zwischenwand zurückgebaut. Von März bis Juli folgte die eigentliche Sanierung. Im Juli wurde der Raum abschließend mit der neuen technischen Ausstattung versehen.
Der bisherige Stabsraum war rund 20 Jahre alt. Mit dem Umbau wurde er an die heutigen Anforderungen der Stabsarbeit angepasst. Die Umsetzung des Projekts wurde durch eine Projektsteuerungsgruppe innerhalb der Abteilung geleitet, in der die verschiedenen Anforderungen und Teilprojekte koordiniert wurden.
„Wenn es zu einer größeren Schadenslage oder einem besonderen Ereignis kommt, müssen viele Informationen schnell zusammenlaufen und Entscheidungen gut abgestimmt werden. Dafür brauchen die Verantwortlichen geeignete Rahmenbedingungen. Der neue Stabsraum schafft diese Voraussetzungen und ist damit ein wichtiger Baustein für unseren Katastrophenschutz“, sagt Landrat Carsten Braun.
Bei der Einweihung waren zahlreiche Mitglieder des Führungs- und Katastrophenschutzstabs des Lahn-Dill-Kreises dabei. Auch Kreisbrandinspektor Harald Stürtz, Leiter der Abteilung Brandschutz, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz, hebt die Bedeutung der neuen Räumlichkeiten hervor: „Im Einsatzfall zählt vor allem, dass alle relevanten Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenkommen. Mit den neuen technischen Möglichkeiten können wir Informationen schnell sichtbar machen, gemeinsam betrachten und für die Lagebewertung nutzen. Das unterstützt die Arbeit des Stabes gerade dann, wenn viele Informationen gleichzeitig verarbeitet werden müssen.“
Was macht der Führungs- und Katastrophenschutzstab?
Der Führungs- und Katastrophenschutzstab des Lahn-Dill-Kreises tritt bei der Bewältigung größerer Schadenslagen und Katastrophen auf den Plan. Im Stab arbeiten verschiedene Fachbereiche eng zusammen, um Informationen zur aktuellen Lage zu sammeln, zu analysieren und daraus die notwendigen Maßnahmen abzuleiten. Im Katastrophenfall übernimmt der Stab somit die einheitliche Lenkung der Katastrophenschutzmaßnahmen, steht in stetigem Austausch mit den Einsatzleitungen vor Ort, um den Einsatz der dafür eingesetzten Einheiten der Hilfsorganisationen zu leiten. Bei Bedarf gibt es zusätzliche externe Berater, die der Stab zur Unterstützung anfordern kann.



