06.10.2026 | 08:53

Schnecken im Terrarium, Hunde im Gruppenraum

Kita-Leitungen im Lahn-Dill-Kreis tauschen sich über tiergestützte Pädagogik aus, auch neue gesetzliche Vorgaben standen auf der Tagesordnung

Der Arbeitskreis der Kita-Leitungen bringt regelmäßig die Verantwortlichen der Einrichtungen im Kreis zusammen. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Der Arbeitskreis der Kita-Leitungen bringt regelmäßig die Verantwortlichen der Einrichtungen im Kreis zusammen. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Was haben Achatschnecken und Schulhunde gemeinsam? Sie können Teil des pädagogischen Alltags in einer Kindertagesstätte sein. Wie Tiere Kinder beim Lernen und in ihrer Entwicklung unterstützen können, welche Erfahrungen Einrichtungen damit machen und was dabei zu beachten ist, war ein Schwerpunkt des Arbeitskreises der Kita-Leitungen im Lahn-Dill-Kreis am Donnerstag, 1. Oktober 2026. Rund 70 Kita-Leitungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Tagesbetreuung für Kinder des Lahn-Dill-Kreises kamen zum Austausch zusammen. Begrüßt wurden sie von Amtsleiter Torsten Menges und Fachdienstleiter Andreas Dills.

Besonders anschaulich wurde es bei den Praxisbeispielen aus zwei Kitas. Einrichtungsleiterin Swantje Schneider und ihre Stellvertreterin Nadine Pracht von der Kita Baumgarten der Gemeinde Hüttenberg berichteten über ihr Terrarium mit Achatschnecken. Dabei ging es nicht nur um die Haltung der Tiere, sondern auch um die Frage, was Kinder durch den täglichen Umgang mit ihnen lernen können: Verantwortung übernehmen, beobachten, geduldig sein und Rücksicht nehmen.

Ganz andere Möglichkeiten eröffnet der Einsatz von Hunden. Michelle Duschek, Leiterin der Lebenshilfe-Kita Herborn Burg, stellte vor, wie ein Schul- und Begleithund in ihrer Einrichtung eingesetzt wird. Der Hund kann dabei Teil des pädagogischen Angebots sein und den Kindern neue Erfahrungen im Umgang mit Tieren ermöglichen. Doch so selbstverständlich Tiere in einer Kita auch wirken mögen: Ihr Einsatz ist an klare Bedingungen geknüpft. Der Fachdienst Tagesbetreuung für Kinder informierte deshalb über erforderliche Zustimmungen und Vorgaben. Zudem müssen die Anforderungen des Tierschutzrechts berücksichtigt werden. Im Anschluss tauschten sich die Kita-Leitungen in Gruppen über eigene Erfahrungen, Chancen und mögliche Herausforderungen aus. Dabei ging es auch um die Frage, unter welchen Bedingungen tiergestützte Angebote sinnvoll in den Alltag einer Einrichtung integriert werden können.

Neue Vorgaben für die Kindertagesbetreuung

Neben Schnecken und Hunden ging es bei dem Treffen auch um einige weniger tierische, dafür umso wichtigere Themen für die Kitas. Die Leitungen wurden über aktuelle Entwicklungen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene informiert. Auf der Tagesordnung stand unter anderem der aktuelle Entwurf des geplanten Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG). Der Bund will damit ab 2027 unter anderem auf mehr Bildungsgleichheit hinwirken und bundesweite Qualitätsstandards weiterentwickeln.

Thema war auch die geplante Novellierung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches (HKJGB), die ebenfalls für 2027 vorgesehen ist. Bekannt dazu ist, dass die bisherige Förderung einzelner Sprach-Kitas künftig durch eine gesetzliche Verankerung neu und flächendeckend ausgerichtet werden soll. Vorgestellt wurde die Gesamtstrategie „Starke Sprache, alle Kitas“, mit der die Landesregierung das Ziel verfolgt, die sprachliche Bildung in allen Kitas zu stärken.

Der Arbeitskreis der Kita-Leitungen bringt regelmäßig die Verantwortlichen der Einrichtungen im Kreis zusammen. In der Regel findet er jeweils für den Nord- und für den Südbereich zweimal jährlich statt, dieses Mal jedoch als gemeinsame Veranstaltung. Neben Informationen zu aktuellen gesetzlichen und fachlichen Entwicklungen steht dabei vor allem der Austausch über die Praxis im Mittelpunkt. Dass dieser Austausch auch ungewöhnliche Themen hervorbringen kann, zeigte diesmal der Blick auf die tierischen Mitarbeiter: von der Achatschnecke im Terrarium bis zum Schulhund im Kita-Alltag.