09.02.2026 | 14:40

Gemeinsam Verantwortung tragen und Zukunft mitgestalten

Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken / Pressemitteilung der Lahn-Dill-Kliniken

Beim Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken (von links): Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer, Ärztlicher Direktor Klinikum Wetzlar-Braunfels, Katja Streckbein, Geschäftsführerin der Lahn-Dill-Kliniken, Tobias Gottschalk, Geschäftsführer (Sprecher) der Lahn-Dill-Kliniken und Carsten Braun, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. ©Lahn-Dill-Kliniken

Beim Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken (von links): Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer, Ärztlicher Direktor Klinikum Wetzlar-Braunfels, Katja Streckbein, Geschäftsführerin der Lahn-Dill-Kliniken, Tobias Gottschalk, Geschäftsführer (Sprecher) der Lahn-Dill-Kliniken und Carsten Braun, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. ©Lahn-Dill-Kliniken

Beim Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken Ende Januar blickten Tobias Gottschalk, Sprecher der Geschäftsführung der Lahn-Dill-Kliniken, Carsten Braun, Landrat des Lahn-Dill-Kreises und Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer, Ärztlicher Direktor des Klinikums Wetzlar-Braunfels, auf das Jahr 2025 zurück und formulierten zugleich klare Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Gesundheitsversorgung in der Region.

Alle Redner dankten den Mitarbeitern aller Berufsgruppen sowie den zahlreichen Partnern der Lahn-Dill-Kliniken für ihren Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Leistungen der vergangenen Monate seien nur durch das gute Zusammenspiel von Medizin, Pflege, Serviceabteilungen und weiteren unterstützenden Bereichen möglich gewesen.

Geschäftsführer Tobias Gottschalk bezeichnete das Jahr 2025 als ein gutes Jahr für den Klinikverbund. Als herausragenden Meilenstein nannte er die Zertifizierung des Onkologischen Zentrums und dessen Aufnahme in den Krankenhausplan des Landes Hessen. „Diese Anerkennung steht für hohe medizinische Qualität, enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine verlässliche onkologische Versorgung in der Region“, sagte der Geschäftsführer. Weitere wichtige Entwicklungen seien die Einführung des robotischen Operationssystems ROSA für die Knieendoprothetik am Standort Dillenburg, der neue Kreißsaal am Klinikum Wetzlar sowie die Gewinnung neuer ärztlicher Führungspersönlichkeiten für das Jahr 2026.

„Die Lahn-Dill-Kliniken entwickeln sich weiter, und das in einer Welt tiefgreifender Veränderungen“, verdeutlichte Tobias Gottschalk. Der demografische Wandel werde in den kommenden Jahren weiter zu einer deutlichen Zunahme altersassoziierter Erkrankungen und Pflegebedarfe führen. „Parallel dazu verschärft sich der Fachkräftemangel in Medizin und Pflege. Kurzfristige Lösungen gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, Verantwortung vor Ort zu übernehmen und mit den bestehenden Rahmenbedingungen zu arbeiten und Veränderung aktiv zu gestalten“, verdeutlichte der Geschäftsführer.

Carsten Braun hob die wirtschaftliche Stabilität der Lahn-Dill-Kliniken hervor. Der Klinikverbund stehe aktuell stabil da und benötige derzeit keine Zuschüsse des Landkreises. „Diese Situation ist Ergebnis verantwortungsvoller Steuerung, kluger Entscheidungen und des kontinuierlichen Einsatzes der Beschäftigten und der Geschäftsführung“, so der Landrat. Er bekannte sich klar zur kommunalen Trägerschaft der Kliniken. Diese ermögliche eine patientenorientierte und verlässliche Gesundheitsversorgung und sichere Entscheidungen, die sich am Bedarf der Menschen orientierten.

Gleichzeitig betonte der Landrat, dass wirtschaftliche Stabilität auch Verantwortung bedeute. Ein Wandel im Gesundheitswesen sei unvermeidlich und müsse aktiv, sachlich und gemeinsam gestaltet werden. Der konstruktive Austausch zwischen Landkreis, Aufsichtsrat, Geschäftsführung und politischen Gremien stimme ihn zuversichtlich für die kommenden Jahre. Als Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Klinikverbunds nannte Braun ebenfalls das zertifizierte Onkologische Zentrum.

Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer verdeutlichte rückblickend auf das Jahr 2025, dass trotz anspruchsvoller politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sehr verantwortungsvoll zusammengearbeitet worden sei. Mit Blick auf die Gesundheitspolitik wies der Ärztliche Direktor darauf hin, dass dringende strukturelle Reformen notwendig seien. „Trotz hoher jährlicher Ausgaben im Gesundheitssektor von rund 500 Milliarden Euro zeigen sich bei zentralen Gesundheitsindikatoren, wie etwa der Lebenserwartung, weiterhin Unterschiede im europäischen Vergleich“, verdeutlichte Dr. Lotterer. Herausforderungen seien unter anderem eine historisch gewachsene Krankenhausstruktur, finanzielle Anreizmechanismen, der zunehmende Fachkräftemangel sowie hohe bürokratische Anforderungen. Auch die Digitalisierung werde bislang nicht durchgängig als Entlastung wahrgenommen, sondern sei vielfach mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

Er betonte, dass das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber nur durch gemeinsames, konstruktives Handeln weiterentwickelt werden könne. Veränderungen benötigten Zeit, Geduld und Bereitschaft zur Weiterentwicklung – sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf persönlicher Ebene. „Trotz mancher Unsicherheiten ist aber Zuversicht angebracht. Hoffnung ist ein wichtiger Begleiter in schwierigen Zeiten“, so der Ärztliche Direktor. „Sie steht für Mut, Gelassenheit und das Vertrauen darauf, dass Veränderungen auch neue Chancen eröffnen können.“

Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang von der Band „Oh Alaska“.