16.04.2026 | 06:58

Familienunternehmen setzt Maßstäbe für inklusive Beschäftigung

Auto-Weller aus Wetzlar wird als „Teilhabe Champion“ ausgezeichnet und zeigt, wie Integration Fachkräfte sichert und Unternehmen stärkt

Auto-Weller wird ausgezeichnet und zeigt, wie Integration Fachkräfte sichert und Unternehmen stärkt. Foto: Auto-Weller

Auto-Weller wird ausgezeichnet und zeigt, wie Integration Fachkräfte sichert und Unternehmen stärkt. Foto: Auto-Weller

Die Auto-Weller GmbH & Co. KG ist als „Teilhabe Champion des Monats März“ ausgezeichnet worden. Mit dieser Ehrung werden Unternehmen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für eine inklusive und chancengerechte Arbeitswelt einsetzen. Der Wetzlarer Traditionsbetrieb zeigt nach Ansicht der Jury eindrucksvoll, wie Integration gelingen und gleichzeitig zur nachhaltigen Fachkräftesicherung beitragen kann.

Das familiengeführte Unternehmen, inzwischen in vierter Generation, ist seit mehr als 60 Jahren in der Region verwurzelt. Mit rund 60 Beschäftigten und einem breiten Angebot vom Fahrzeugverkauf bis hin zu Serviceleistungen zählt Auto-Weller zu den etablierten Arbeitgebern vor Ort. Ein besonderes Augenmerk legt der Betrieb auf Ausbildung, Personalentwicklung und ein wertschätzendes Betriebsklima.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung war vor allem das Engagement im Bereich inklusiver Beschäftigung. So gelang es dem Unternehmen, aus einem zunächst eingerichteten Außenarbeitsplatz in Zusammenarbeit mit einer Werkstatt für behinderte Menschen eine dauerhafte, sozialversicherungspflichtige Anstellung zu entwickeln. Durch kontinuierliche Begleitung und gezielte Förderung konnten praxisnahe Qualifizierung und Integration erfolgreich in reguläre Beschäftigung überführt werden.

Über die Vergabe des Titels entscheidet eine interdisziplinäre Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Wirtschaft und Arbeitsmarktinstitutionen. In ihrer Begründung hob sie insbesondere hervor, dass es Auto-Weller gelungen sei, Arbeitsplätze nicht nur anzupassen, sondern systematisch weiterzuentwickeln und langfristige Perspektiven zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit der Stephanus Werkstatt der Diakonie Lahn-Dill sowie die kontinuierliche Begleitung trugen maßgeblich dazu bei.

„Offen, menschlich und zuverlässig – das ist für uns kein bloßer Leitspruch, sondern seit Jahrzenten gelebter Alltag“, sagt der kaufmännische Leiter Stephan Schmidthals. Der Mensch stehe im Mittelpunkt: „Wir schaffen ein Umfeld, in dem sich Mitarbeitende wohlfühlen und ihre Stärken entfalten können.“

Die Integration erfolgt im Unternehmen schrittweise, unter anderem über betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze. Diese ermöglichen Menschen mit Behinderung den Einstieg in ein reguläres Arbeitsumfeld außerhalb geschützter Einrichtungen. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen konkrete Beispiele: Ein Mitarbeiter ist seit über sieben Jahren im Betrieb tätig und arbeitet heute in der Fahrzeugaufbereitung an einem speziell eingerichteten Arbeitsplatz. Ein weiterer wurde nach einem Praktikum erfolgreich übernommen.

Für Schmidthals ist klar, dass dieser Weg auch das Unternehmen selbst verändert hat: „Integration erfordert Zeit, Geduld und Vertrauen – aber sie lohnt sich. Wir sind daran gewachsen.“

Mit seinem Engagement setzt Auto-Weller ein deutliches Zeichen dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung kein Widerspruch sind – sondern sich im besten Fall gegenseitig stärken.