13.05.2026 | 08:27

Tourismus im Lahn-Dill-Kreis: Netzwerktreffen setzt Impulse für nachhaltige Entwicklung

Treffen in der Grube Fortuna rückt Lebensqualität, Finanzierung und Digitalisierung in den Mittelpunkt

Die Teilnehmer in der historischen Kipphalle des Besucherbergwerks Grube Fortuna. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Die Teilnehmer in der historischen Kipphalle des Besucherbergwerks Grube Fortuna. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Wie sich der Tourismus im Lahn-Dill-Kreis zukunftsfähig aufstellen lässt und welchen Beitrag er für die Lebensqualität der Menschen vor Ort leisten kann, stand im Mittelpunkt des Netzwerktreffens Tourismus LDK 2026. Vertreterinnen und Vertreter aus Städten, Gemeinden und touristischen Einrichtungen kamen dazu am 7. Mai im Besucherbergwerk Grube Fortuna zusammen.

Die historische Kulisse des Industriedenkmals bot den passenden Rahmen für fachlichen Austausch und Diskussionen über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der regionalen Tourismusentwicklung.

Einen Überblick über die Grundlagen der Tourismusorganisation in Hessen gab Alana van Heek von der Tourismus Management Hessen UG. Sie erläuterte das Zusammenspiel von Landes-, Destinations- und lokaler Ebene sowie deren jeweilige Aufgaben. Zudem stellte sie die Entwicklung sogenannter Touristischer Arbeitsgemeinschaften (TAG) vor – von ersten Kooperationen bis hin zu gemeinsamen Organisationsstrukturen mit gebündelten Ressourcen.

Großes Interesse galt dabei den Möglichkeiten der Tourismusfinanzierung. Van Heek stellte gesetzliche und freiwillige Instrumente vor, mit denen Kommunen touristische Angebote und Infrastruktur langfristig absichern können. Besonders intensiv diskutierten die Teilnehmenden den Tourismusbeitrag als mögliches Instrument einer nachhaltigen Finanzierung. Das Tourismus Management Hessen begleitet hierzu derzeit ein Pilotprojekt in der GrimmHeimat NordHessen und kündigte an, die daraus gewonnenen Erfahrungen künftig auch anderen Regionen zugänglich zu machen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung sprach Michael Volkwein vom Fachdienst Wirtschaftsförderung und Tourismus des Lahn-Dill-Kreises über die Bedeutung des Tourismus für die regionale Entwicklung. Nach aktuellen Zahlen verzeichnete der Kreis im Jahr 2025 rund 249.000 Ankünfte und 511.000 Übernachtungen in größeren Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten – ein leichter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Volkwein machte deutlich, dass Tourismus weit mehr sei als reine Gästezahlen. Als Teil einer umfassenden „Visitor Economy“ trage er wesentlich zur Attraktivität der Region bei – etwa durch Freizeit- und Naherholungsangebote, nutzbare Infrastruktur und ein positives Image des Lahn-Dill-Kreises.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Digitalisierung touristischer Angebote. Entscheidend sei eine durchgängige Erlebnislandschaft im realen wie im digitalen Raum. Grundlage dafür bilde eine zentrale und verlässliche Datenpflege über Plattformen wie feratel Deskline und Outdooractive. Ziel sei es, Inhalte einmal strukturiert zu erfassen und anschließend auf unterschiedlichen Kanälen mehrfach nutzbar zu machen – sowohl digital als auch direkt vor Ort, perfekt aufbereitet für das Training von KI.

Zum Abschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum offenen Austausch über aktuelle Handlungsbedarfe in den Städten und Gemeinden bis hin zur optimierung des Mitteleinsatzes durch verstärkte Kooperation. Eine gemeinsame Besichtigung der musealen Angebote der Grube Fortuna rundete das Netzwerktreffen ab.

Einigkeit bestand darüber, dass der regelmäßige Dialog zwischen Kommunen, touristischen Akteuren und dem Landkreis ein wichtiger Baustein bleibt, um den Tourismus im Lahn-Dill-Kreis nachhaltig und im Sinne der Bevölkerung weiterzuentwickeln.