03.06.2026 | 15:34
Neues Rettungsdienstzentrum in Herborn stärkt Notfallversorgung im Lahn-Dill-Kreis
Pilotprojekt mit Elektro-Notarzteinsatzfahrzeug startet / DRK bündelt Rettungsdienststandorte an modernem Standort

Nach rund 16 Monaten Bauzeit startet das neue, moderne Rettungsdienstzentrum in Herborn zum 3. Juni 2026 den Betrieb. Foto: Lahn-Dill-Kreis
Mit der Inbetriebnahme des neuen Rettungsdienstzentrums in Herborn am 3. Juni 2026 wird die rettungsdienstliche Versorgung im nördlichen Lahn-Dill-Kreis weiter gestärkt. Der Neubau in der Littau hinter dem Bahnhof bündelt die bisherigen Liegenschaften an einem zentralen, modernen Standort und schafft optimale Voraussetzungen für einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten Rettungsdienst.
Als Träger des Rettungsdienstes im Lahn-Dill-Kreis beauftragt der Kreis die Hilfsorganisationen mit der Durchführung der rettungsdienstlichen Leistungen. Im neuen Rettungsdienstzentrum arbeiten künftig die DRK Rettungsdienst Dill GmbH als Eigentümerin des Gebäudes sowie die DRK Rettungsdienst Mittelhessen gGmbH als Mieterin unter einem Dach. Die Infrastruktur wurde dabei so konzipiert, dass beide Leistungserbringer eigenständig arbeiten können. Lediglich die Fahrzeugwaschhalle wird gemeinsam genutzt.
„Mit dem neuen Rettungsdienstzentrum investieren wir gezielt in die Sicherheit und Gesundheit der Menschen im Lahn-Dill-Kreis“, betont Landrat Carsten Braun. Stefan Thielmann, Abteilungsleiter dem DRK Dillenburg ergänzt: „Durch die Zusammenführung der bisher getrennten Standorte, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die vorausschauende Planung für zukünftige Anforderungen schaffen wir mit dem neuen Zentrum optimale Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden und letztlich für die Versorgung der Menschen.“
Im Rettungsdienstzentrum sind künftig ein rund um die Uhr besetztes Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), zwei ebenfalls 24 Stunden täglich besetzte Rettungswagen, ein Notfall-Krankentransportwagen sowie mehrere Reserve- und Führungsfahrzeuge stationiert. Pro Jahr wurden am Standort bisher 21.900 Stunden Rettungsfahrzeuge vorgehalten. Künftig wird diese Zahl auf über 30.660 steigen. Auch beim Personal wird sich die Zahl der vorgehaltenen Stunden deutlich erhöhen: von derzeit 35.040 auf 52.560 Stunden.
Modernes Elektro-Notarzteinsatzfahrzeug
Neben der verbesserten Infrastruktur setzt das neue Zentrum auch ein Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit. Ab Juni startet in Herborn zusätzlich eine Pilotphase mit einem elektrisch betriebenen Notarzteinsatzfahrzeug. Die technische Ausstattung des Neubaus wurde bereits auf eine schrittweise Elektrifizierung des Fuhrparks ausgelegt. So verfügt das modere Rettungsdienstzentrum über entsprechende Stromkapazitäten und die nötige Ladeinfrastruktur sowie über eine Photovoltaikanlage mit Speicher. Für die Sicherheit im Projektbetrieb steht jederzeit ein vollständig ausgestattetes Notarzteinsatzfahrzeug mit konventionellem Antrieb als Reserve bereit.
Das Herborner Notarzteinsatzfahrzeug versorgt schwerpunktmäßig die Kommunen Herborn, Sinn, Ehringshausen, Breitscheid, Driedorf, Mittenaar, Siegbach und Bischoffen sowie Teile von Hohenahr und Greifenstein. Darüber hinaus wird es regelmäßig auch in anderen Bereichen des Lahn-Dill-Kreises sowie kreisübergreifend in den Landkreisen Westerwald und Limburg-Weilburg eingesetzt.
„Herborn ist ein zentraler Baustein der rettungsdienstlichen Versorgung im gesamten Kreisgebiet. Von hier aus können Einsatzfahrzeuge dank der verkehrsgünstigen Lage schnell sowohl die örtlichen Kommunen als auch benachbarte Wachbereiche unterstützen. Das erhöht die Versorgungssicherheit spürbar“, so der Landrat.
Die Bedeutung des Standorts unterstreichen auch die Einsatzzahlen: Allein im Jahr 2025 absolvierte das Herborner Notarzteinsatzfahrzeug 1.588 Einsätze. Die beiden in Herborn stationierten Rettungswagen wurden zu knapp 3.500 Einsätzen alarmiert. Durch die Ausweitung der Vorhaltezeiten eines zweiten Rettungswagens auf 24 Stunden täglich sowie die zusätzliche Stationierung eines Notfall-Krankentransportwagens wird in den kommenden Jahren eine Steigerung der Einsatzdichte erwartet.
Mit dem neuen Rettungsdienstzentrum in Herborn wird die Notfallversorgung im Lahn-Dill-Kreis nachhaltig gestärkt und zugleich ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung des Rettungswesens in der Region gesetzt.




