16.07.2026 | 13:46
Keine Warteschlangen mehr am Monatsanfang: Bezahlkarte entlastet Verwaltung und Leistungsberechtigte
Ein Jahr nach Einführung zieht Lahn-Dill-Kreis positive Bilanz / Weniger Andrang, mehr Sicherheit und etablierte Abläufe im Alltag

Foto: Lahn-Dill-Kreis
Wer früher am Monatsanfang das Flüchtlingsbüro des Lahn-Dill-Kreises besuchte, traf auf volle Wartebereiche, einen hohen Besucherandrang und Mitarbeitende, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Barauszahlungen abwickeln mussten. Heute gehört dieses Bild der Vergangenheit an. Seit der Einführung der Bezahlkarte hat sich der Ablauf der Leistungsgewährung grundlegend verändert. Nach gut einem Jahr praktischer Erfahrung fällt die Bilanz positiv aus.
Die meisten Leistungsberechtigten erhalten ihre Bezahlkarte bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen und können sie beim Umzug in den Lahn-Dill-Kreis ohne Unterbrechung weiter nutzen. Darüber hinaus gibt der Lahn-Dill-Kreis die Karten auch selbst aus. Inzwischen wurden alle Personen, die ihre Leistungen zuvor bar erhalten haben, auf die Bezahlkarte umgestellt. Das betrifft rund 700 Menschen im Kreis.
Der größte Vorteil zeigt sich im Verwaltungsalltag. Die früheren Stoßzeiten mit hohem Besucheraufkommen entfallen vollständig. Damit ging nicht nur ein erheblicher organisatorischer Aufwand zurück. Auch das Konfliktpotenzial, das mit der Auszahlung größerer Bargeldsummen verbunden war und den Einsatz eines Sicherheitsdienstes erforderlich machte, wurde deutlich reduziert. Die Arbeitsabläufe verteilen sich heute gleichmäßiger über den Monat und die Mitarbeitenden werden spürbar entlastet.
Auch für die Leistungsberechtigten hat sich der Alltag vereinfacht. Die Leistungen werden direkt auf die Bezahlkarte überwiesen und können nach der banküblichen Verbuchung sofort genutzt werden. Bezahlt wird wie mit einer gewöhnlichen Bankkarte, zusätzlich kann im Rahmen der geltenden Regelungen bei vielen Supermärkten Bargeld abgehoben werden. Die monatliche persönliche Vorsprache ausschließlich zur Barauszahlung entfällt.
Wie bei jedem neuen System gab es zu Beginn vereinzelt technische Herausforderungen, insbesondere bei der SocialCard-App oder der Erreichbarkeit einzelner Dienste. Diese Schwierigkeiten konnten größtenteils behoben werden. Wo weiterhin Fragen auftreten, unterstützt das Flüchtlingsbüro die Nutzerinnen und Nutzer und steht in engem Austausch mit den zuständigen Ansprechpartnern.
Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen, dass sich die Bezahlkarte im Lahn-Dill-Kreis als praktikables Instrument der Leistungsgewährung etabliert hat. Die Verwaltung wird die weitere Entwicklung begleiten und technische Verbesserungen weiterhin aktiv unterstützen.
Hintergrund
Die Bezahlkarte wurde im Lahn-Dill-Kreis zum 1. April 2025 eingeführt. Grundlage ist eine bundesgesetzliche Regelung, nach der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz grundsätzlich über eine Bezahlkarte ausgezahlt werden. Ziel ist eine einheitliche, bargeldlose und sichere Form der Leistungsgewährung. Die praktischen Erfahrungen im Lahn-Dill-Kreis zeigen, dass sich die neuen Abläufe nach der Einführungsphase bewährt haben.

