17.07.2026 | 13:32

Erhöhte Waldbrandgefahr im Lahn-Dill-Kreis: Aus einem Funken kann ein Flächenbrand werden

Hohe Temperaturen sorgen für Trockenheit / Kreis-Gefahrenabwehr ruft zur besonderen Vorsicht auf

Im trockenen Sommer 2022 sind bei Frohnhausen und Niederroßbach Waldbrände ausgebrochen, die hunderte Einsatzkräfte über Tage beschäftigt hatten. Archivfoto: Lahn-Dill-Kreis

Im trockenen Sommer 2022 sind bei Frohnhausen und Niederroßbach Waldbrände ausgebrochen, die hunderte Einsatzkräfte über Tage beschäftigt hatten. Archivfoto: Lahn-Dill-Kreis

Der Flächenbrand am Mittwochabend in Waldsolms hat erneut vor Augen geführt, wie schnell sich Feuer bei der aktuellen Trockenheit ausbreiten können. Rund 75 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren waren über Stunden im Einsatz, um den Brand nahe Kraftsolms zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Lahn-Dill-Kreis nimmt den Einsatz zum Anlass, auf die derzeit sehr hohe Waldbrandgefahr hinzuweisen und um besondere Vorsicht zu bitten.

„Seit Beginn der Woche herrscht sehr hohe Waldbrandgefahr. Ein einziger Funke reicht aus, um einen Flächenbrand auszulösen“, sagt Kreisbrandinspektor Harald Stürtz. „Leider gibt es im Moment nahezu täglich Flächenbrände im Lahn-Dill-Kreis. Jede und jeder kann dazu beitragen, dass Brände gar nicht erst entstehen.“

Die Kombination aus langanhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und Wind sorgt dafür, dass sich Brände innerhalb kürzester Zeit entwickeln und großflächig ausbreiten können. Was zunächst harmlos erscheint, kann innerhalb weniger Minuten zur Gefahr für Menschen, Tiere, Wälder, Felder und angrenzende Ortschaften werden. Aktuelle Regengebiete sorgen nicht für eine nachhaltige Entspannung der Situation.

So lassen sich Wald- und Flächenbrände verhindern

Bereits kleine Unachtsamkeiten können schwerwiegende Folgen haben. Deshalb gilt:

  • Keine Zigaretten oder glimmenden Tabakreste in die Natur werfen, besonders nicht aus Fahrzeugen.
  • Kein offenes Feuer oder Grillfeuer im Wald oder in Waldnähe entzünden. Ausschließlich ausgewiesene Grillplätze nutzen und geltende Verbote beachten.
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abstellen. Heiße Fahrzeugteile können Brände auslösen.
  • Auf Feuerwerk in Waldnähe verzichten.
  • Müll wieder mitnehmen und Wald- sowie Feldwege freihalten, damit Einsatzfahrzeuge ungehindert passieren können.

Auch bei landwirtschaftlichen Arbeiten und beim Einsatz von Maschinen im Freien ist derzeit besondere Vorsicht erforderlich. Funkenflug oder heiße Maschinenteile können trockenes Gras oder Getreidefelder innerhalb weniger Sekunden entzünden.

Rauch oder Feuer entdeckt? Sofort den Notruf 112 wählen

Wer Rauch oder Flammen bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen. Wichtig sind möglichst genaue Angaben zum Standort, zur Art des Brandes und dazu, ob Menschen in Gefahr sind. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr sollte in sicherem Abstand am Brandort gewartet werden, um den Einsatzkräften den Weg zu weisen. Eigene Löschversuche dürfen nur unternommen werden, wenn keinerlei Gefahr für die eigene Sicherheit besteht. Wer einen umgelegten rot-weißen Verkehrsleitkegel am Feldweg sieht, soll diesen unbedingt liegen lassen. An Weggabelungen oder Kreuzungen deutet er den Weg für die Einsatzkräfte.

Jede Aufmerksamkeit zählt

Die Feuerwehren im Lahn-Dill-Kreis bewältigen derzeit nahezu täglich Einsätze aufgrund von Vegetations- und Flächenbränden. Viele dieser Brände lassen sich durch umsichtiges Verhalten vermeiden. Kreisbrandinspektor Harald Stürtz appelliert deshalb an die Bevölkerung: „Unsere Einsatzkräfte stehen rund um die Uhr bereit. Aber die größte Unterstützung ist natürlich, wenn Brände erst gar nicht entstehen. Jede Aufmerksamkeit zählt und jede frühzeitige Meldung kann entscheidend sein.“