05.08.2026 | 12:13
Wirtschaftsförderung besucht Konditorei Vogel in Braunfels: Familienbetrieb verbindet Tradition mit Innovation
Kreisverwaltung informiert sich über Unternehmensentwicklung, Ausbildung und Investitionen am Standort Braunfels

v.l. vorne nach rechts hinten: Carsten Braun, Andreas Vogel, Prof. Dr. Harald Danne, Sebastian Hoffmanns, Vera Vogel, Petra Kern, Cristian Breithecker, Michael Volkwein, Claudia Wagner Foto: Philip Gerhardt
Wie gelingt es einem traditionsreichen Handwerksbetrieb, sich erfolgreich weiterzuentwickeln und gleichzeitig die eigene Identität zu bewahren? Antworten auf diese Frage erhielt Landrat Carsten Braun bei einem Unternehmensbesuch in der Konditorei Vogel in Braunfels. Gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Danne, Leiter des Geschäftsbereichs Transformation und strategische Entwicklung des Lahn-Dill-Kreises, tauschte er sich mit Inhaber Andreas Vogel über die Entwicklung des Familienunternehmens, aktuelle Herausforderungen des Handwerks sowie die Zukunftsperspektiven des Betriebs aus.
Begleitet wurde der Unternehmensbesuch von Petra Kern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, Claudia Wagner, stellvertretende Bereichsleiterin Recht, Fair Play sowie Referentin Handel und Dienstleistungen der IHK Lahn-Dill, Sebastian Hoffmanns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill, Braunfels‘ Bürgermeister Christian Breithecker sowie Michael Volkwein, Wirtschaftsförderung und Tourismus des Lahn-Dill-Kreises. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die wirtschaftliche Entwicklung des Betriebs, die Fachkräftesicherung, die Ausbildung sowie die Bedeutung familiengeführter Handwerksunternehmen für den Wirtschaftsstandort Lahn-Dill-Kreis.
Die Konditorei Vogel wird seit mehr als 50 Jahren als Familienunternehmen geführt. Mit Caroline und Felix Vogel ist inzwischen bereits die dritte Generation in den Betrieb eingestiegen und gestaltet dessen Zukunft aktiv mit. Andreas Vogel, Obermeister der Konditoren-Innung Mittelhessen und Landesinnungsmeister Hessen, sieht darin ein wichtiges Signal für die langfristige Entwicklung des Unternehmens.
Heute vereint die Konditorei drei Geschäftsbereiche unter einem Dach: das Café, den Tagesverkauf mit einem Vollsortiment aus Konditorei- und Backwaren einschließlich Brot und Brötchen sowie das Direktgeschäft für Firmenkunden. Rund 40 Mitarbeitende sind im Unternehmen beschäftigt, viele davon in Teilzeit im Café. Besonders erfreulich: Fachkräftemangel ist derzeit kein Thema. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die eigene Ausbildungsarbeit sowie attraktive Arbeitsbedingungen.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen auch die Investitionen der vergangenen Jahre. Das Sortiment wurde kontinuierlich erweitert und umfasst heute neben klassischen Torten unter anderem Törtchen, Pralinen, Schokoladen, Macarons, Speiseeis und Konfitüren. Rund fünf Tonnen Kuvertüre verarbeitet der Betrieb jährlich. Mit der eigenen Chocolaterie wurde zudem ein weiterer Unternehmensbereich geschaffen. Dort entstehen hochwertige Schokoladen- und Pralinenspezialitäten, insbesondere für Firmenkunden. Gleichzeitig dient sie als Ausbildungsstätte und bietet Seminare mit Eventcharakter an.
Aktuell investiert die Konditorei in eine weitere Betriebserweiterung. Ein neuer Produktionsbereich für Macarons und Lebkuchen befindet sich derzeit im Bau und soll zusätzliche Kapazitäten schaffen.
Beeindruckt zeigte sich die Delegation auch von den historischen Betriebsräumen. Das Gebäude aus dem Jahr 1900 verfügt über zwei Kellergeschosse. Im zweiten Untergeschoss herrschen ganzjährig rund 14 Grad Celsius – ideale Bedingungen für die Lagerung hochwertiger Schokolade.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die regionale Vernetzung des Unternehmens. So arbeitet die Konditorei unter anderem mit der Amends Mühle in Braunfels-Neukirchen zusammen und setzt bewusst auf regionale Lieferanten. Gleichzeitig reicht der Kundenkreis weit über die Region hinaus. Gäste kommen aus der gesamten Lahn-Dill-Region, dem Raum Limburg, dem Rhein-Main-Gebiet sowie als Touristen unter anderem aus den Niederlanden.
„Die Konditorei Vogel steht beispielhaft für die Leistungsfähigkeit unseres regionalen Handwerks. Der Betrieb verbindet traditionelles Konditorenhandwerk mit Innovationskraft, unternehmerischem Mut und einer klaren Zukunftsstrategie. Solche familiengeführten Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und tragen wesentlich zur Attraktivität unseres Wirtschaftsstandortes bei“, betonte Landrat Carsten Braun.
Andreas Vogel unterstrich die Bedeutung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung: „Stillstand ist für uns keine Option. Wir entwickeln unser Angebot stetig weiter, investieren in moderne Produktionsmöglichkeiten und setzen konsequent auf Qualität, Regionalität und die Ausbildung junger Menschen. Dass mit Caroline und Felix bereits die nächste Generation Verantwortung übernimmt, gibt unserem Familienunternehmen eine langfristige Perspektive.“
Auch Prof. Dr. Harald Danne hob die Bedeutung des Betriebs für die Region hervor: „Die Konditorei Vogel zeigt eindrucksvoll, wie sich mittelständische Familienunternehmen durch Innovationsbereitschaft, Spezialisierung und nachhaltige Investitionen erfolgreich am Markt behaupten können. Gleichzeitig leistet der Betrieb einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und stärkt die wirtschaftliche Entwicklung im Lahn-Dill-Kreis.“
Der Tourismusbeauftragte des Lahn-Dill-Kreises, Michael Volkwein, hob die touristische Bedeutung des Betriebs hervor: „Die Konditorei Vogel ist ein herausragender touristischer Leistungsträger in Braunfels und im Lahntal. Sie steht für Produkte höchster Qualität, die genau von den Zielgruppen nachgefragt werden, die wir im Tourismus ansprechen – insbesondere von den urbanen Genießerinnen und Genießern. Solche Betriebe prägen das Profil unserer Destination. Gäste erinnern sich gern an das Geschmackserlebnis und empfehlen dann die gesamte Region weiter. Das macht die Konditorei Vogel sehr wertvoll – für den Tourismus, aber auch für den Lebens- und Arbeitsstandort.“
Die Unternehmensbesuche des Landkreises dienen dem regelmäßigen Austausch mit den Betrieben vor Ort. Ziel ist es, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen und die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kreisverwaltung weiter zu stärken.



