14.08.2026 | 11:18

Kinderschutz im Lahn-Dill-Kreis wird weiter gestärkt

Lahn-Dill-Kreis, Stadt Wetzlar und Staatliches Schulamt erneuern Zusammenarbeit mit überarbeiteter Kooperationsvereinbarung und unterstützen Lehrkräfte an Schulen

Mit der Unterzeichnung der überarbeiteten Kooperationsvereinbarung setzen sie ein starkes Signal für den Kinderschutz im Lahn-Dill-Kreis: Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Torsten Menges, Michael Scholz und Thorsten Bender. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Mit der Unterzeichnung der überarbeiteten Kooperationsvereinbarung setzen sie ein starkes Signal für den Kinderschutz im Lahn-Dill-Kreis: Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Torsten Menges, Michael Scholz und Thorsten Bender. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Lahn-Dill-Kreis wird weiter gestärkt: Die bestehenden Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe wurden jetzt mit einer überarbeiteten Kooperationsvereinbarung auf eine aktuelle und verbindlich abgestimmte Grundlage gestellt.

Die seit März 2021 bestehende Kooperationsvereinbarung zur Wahrnehmung und Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung wurde in einem gemeinsamen Arbeitsprozess überarbeitet und an aktuelle fachliche sowie organisatorische Anforderungen angepasst. Damit wird der abgestimmte Handlungsrahmen weiter gestärkt, das frühzeitige Erkennen möglicher Kindeswohlgefährdungen im schulischen Kontext unterstützt und eine qualifizierte Intervention zuverlässig sichergestellt.

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zeigen die Jugendämter des Lahn-Dill-Kreises und der Stadt Wetzlar sowie das Staatliche Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg, dass sie im Rahmen des gesetzlich verankerten Schutzauftrags weiterhin eng und partnerschaftlich im Kinderschutz zusammenarbeiten. Die Kooperationsvereinbarung schafft konkrete Hilfestellungen: Sie beinhaltet unter anderem Checklisten mit Risiko- und Schutzfaktoren, strukturierte Ablaufpläne für unterschiedliche Fallkonstellationen sowie aktualisierte Kontakt- und Notfallinformationen von Fachstellen. Ziel ist es, die Rolle der Schule im Kinderschutz noch klarer zu definieren, Beratungs- und Unterstützungswege transparent darzustellen und damit die Handlungssicherheit des schulischen Personals weiter zu stärken.

„Kinderschutz ist und bleibt eine zentrale gemeinsame Aufgabe von Jugendhilfe und Schule. Mit der überarbeiteten Kooperationsvereinbarung wollen wir die Fachkräfte in unseren Schulen weiter stärken und ihnen Sicherheit geben, um im Ernstfall schnell und zielführend handeln zu können“, betont Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Dezernentin für die Kinder- und Jugendhilfe im Lahn-Dill-Kreis. Manfred Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar und Jugenddezernent ergänzt: „Die Schule ist einer der wichtigsten Sozialisationsorte für Kinder und Jugendliche. Im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft handeln Schule und Jugendhilfe gemeinsam zum Wohle der jungen Menschen. Die dazu bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen den Jugendhilfeträgern und dem Staatlichen Schulamt wurde nach den gemeinsamen Erfahrungen der letzten fünf Jahre angepasst und bestärkt die Fachkräfte. Ein gutes Zeichen gelebter Kooperation.“

Unterzeichnet haben den Vertrag Torsten Menges, Leiter des Jugendamtes des Lahn-Dill-Kreises, Thorsten Bender, Leiter des Jugendamtes der Stadt Wetzlar, sowie Michael Scholz, Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg. „Uns ist wichtig, den Schulen Handlungssicherheit zu geben und sie bei den Schutzaufgaben zu unterstützen und damit auch zu entlasten“, sagt Torsten Menges. Thorsten Bender ergänzt: „Die überarbeitete Vereinbarung bietet eine klare Struktur zum Vorgehen beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und stärkt die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen weiter.“ Der Schutz von Kindern und Jugendlichen gelinge insbesondere dann, wenn ihnen und ihren Familien frühzeitig geeignete Hilfen und Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen, sind sich die beiden Jugendamtsleiter sicher. „Der aktualisierte Handlungsleitfaden sowie die dazugehörige Dokumentation unterstützen Lehrkräfte dabei, Anzeichen von Vernachlässigung oder Misshandlung besser einzuordnen und rechtzeitig über notwendige Schritte – etwa die Einbeziehung des Jugendamtes oder weiterer Fachstellen – zu entscheiden“, ergänzt Michael Scholz vom Staatlichen Schulamt.

Die Beteiligten betonten, dass Kinderschutz eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleibe, die nur in enger und verlässlicher Kooperation aller verantwortlichen Institutionen erfolgreich umgesetzt werden könne.