21.08.2026 | 16:00

5.811-mal Feedback zur Schule: Lahn-Dill-Kreis führt umfangreiche Umfrage durch

Erfahrungen verschiedener Akteure aus dem Schulalltag abgefragt / Lahntalschule Atzbach erhält Zuschuss für die höchste Beteiligung

Die Lahntalschule Atzbach erhält für die höchste Umfrage-Beteiligung ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. V. l. n. r.: Landrat Carsten Braun überreichte das Preisgeld an Schulleiter Thomas Eckhardt. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Die Lahntalschule Atzbach erhält für die höchste Umfrage-Beteiligung ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. V. l. n. r.: Landrat Carsten Braun überreichte das Preisgeld an Schulleiter Thomas Eckhardt. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Wie wird Schule im Alltag wirklich erlebt? Wo läuft es gut? Wo besteht Verbesserungsbedarf? Um diese Fragen beantworten zu können, hat der Lahn-Dill-Kreis eine kreisweite Schul-Umfrage durchgeführt. Ziel war es, ein umfassendes und realistisches Bild vom Schulalltag zu gewinnen und dabei die Sicht aller, die Schule täglich erleben und gestalten, mit einzubeziehen.

Der Lahn-Dill-Kreis ist als Schulträger für 91 Schulen an 97 Standorten verantwortlich. Die Umfrage lief vom 25. Mai bis zum Beginn der Sommerferien am 26. Juni 2026. Insgesamt gingen 5.811 Fragebögen von allen 97 Schulstandorten ein, die nun im Nachgang ausgewertet werden.

So lief die Umfrage ab
Beteiligt haben sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte, Schulleitungen, Sekretariatskräfte, Mitarbeitende im Ganztag sowie Hausmeister. Die Umfrage enthielt verschiedene Fragetypen, darunter Aussagen mit Bewertungsskalen, Multiple-Choice Fragen, aber auch offene Fragen für persönliche Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge. Je nach Zielgruppe wurden passende Fragen angezeigt, sodass alle Teilnehmenden gezielt aus ihren jeweiligen Blickwinkel Feedback geben konnten. Diese breite Beteiligung aus unterschiedlichen Perspektiven macht die Schul-Umfrage zu einer wertvollen Grundlage für die weitere Arbeit im Bildungsmonitoring und in der Schulentwicklung.

Bei der Umfrage geht es nicht nur um Gebäude und Ausstattung, sondern um die Frage, wie Schule als Lern-, Arbeits- und Lebensort funktioniert. „Wir wollen nicht nur auf Zahlen schauen, sondern den Menschen, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern und vielen mehr zuhören, die Schule jeden Tag erleben“, so Landrat und Schuldezernent Carsten Braun.

Die Schulen mit der höchsten Beteiligung
Besonders groß war die Beteiligung an der Lahntalschule Atzbach. Von dort gingen insgesamt 876 Rückmeldungen von allen befragten Gruppen ein. 69 Prozent der 996 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an der Umfrage.

Für diese hohe Beteiligung erhält die Lahntalschule ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, mit dem die Durchführung eines gemeinsamen Schulprojekts unterstützt werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Aspekte Schulentwicklung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Das Preisgeld kann außerdem in die Neugestaltung der Pausenhalle und die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in die Planung einfließen.

Auf die Lahntalschule folgen bei der relativen Beteiligung die Grundschulen in Garbenheim, Roßbachtal, Nanzenbach und Beilstein. An Grund- und Förderschulen wurden die Fragebögen von Eltern und Kindern gemeinsam ausgefüllt. Für die Ermittlung der Beteiligungsquoten wurden die Eltern-Kind-Bögen doppelt gezählt.

Warum die Umfrage durchgeführt wurde
Der Lahn-Dill-Kreis möchte besser verstehen, wie Schule im Alltag wahrgenommen wird, welche Rahmenbedingungen gutes Lernen und Arbeiten ermöglichen und wo gezielter Verbesserungsbedarf besteht. Die Ergebnisse sollen eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Schulbereich bilden – etwa bei Ausstattung, Infrastruktur und der Weiterentwicklung des Ganztags. Die Umfrage ist Teil der strategischen Weiterentwicklung des Bildungsmonitorings im Lahn-Dill-Kreis und soll dazu beitragen, Entscheidungen künftig noch stärker datenbasiert und praxisnah zu treffen.

Wie es nun weitergeht
In einem nächsten Schritt werden die anonymisierten Ergebnisse von einem Expertengremium fachlich eingeordnet. Dem Gremium gehören Mitarbeitende der Kreis-Schulabteilung und des Staatlichen Schulamtes, Schulleitungen verschiedener Schulformen sowie eine Vertretung des Kreiselternbeirates an. Gemeinsam soll beraten werden, welche Fragen an die vorliegenden Daten gestellt werden sollten, auf welche Themen sich die Auswertung konzentrieren sollte und welche Rückschlüsse und mögliche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen. Anschließend sollen die Ergebnisse systematisch ausgewertet und für die weitere Arbeit im Bildungsmonitoring, in der Schulentwicklung und in der Bildungsplanung genutzt werden.

„Dass wir Rückmeldungen von allen 97 Schulstandorten erhalten haben, ist ein großer Erfolg. Vielen Dank an alle, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Jetzt kommt es darauf an, die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und aus den Ergebnissen konkrete Erkenntnisse für die Zukunft abzuleiten“, erörtert Landrat Braun.