01.04.2026 | 08:53

Über 6.000 Produkte für Anhänger, Wohnwägen und mehr – Innovationskraft aus Eschenburg rollt um die Welt

Wirtschaftsdelegation des Lahn-Dill-Kreises zu Gast bei Reich GmbH – Familienunternehmen setzt auf Hightech und Heimatverbundenheit

Geschäftsführer Steffen Bender zeigt der Wirtschaftsdelegation die Produktionsstätte in Wissenbach. Foto: Silas Koch Fotografie

Geschäftsführer Steffen Bender zeigt der Wirtschaftsdelegation die Produktionsstätte in Wissenbach. Foto: Silas Koch Fotografie

Im Rahmen ihrer regelmäßigen Unternehmensbesuche hat die Wirtschaftsdelegation des Lahn-Dill-Kreises unter Leitung von Landrat Carsten Braun das international tätige Familienunternehmen Reich GmbH in Eschenburg besucht, das sich in den letzten 50 Jahren auf eine umfassende Produktpalette im Camping- und Freizeitsegment spezialisiert hat. Ziel des Austauschs war es, sich vor Ort ein Bild von aktuellen Entwicklungen, technologischen Innovationen und unternehmerischen Herausforderungen zu machen.

Empfangen wurde die Delegation am Hauptstandort im Gewerbegebiet Wissenbach von Geschäftsführer Steffen Bender, der das Unternehmen in zweiter Generation führt. Bei einem Rundgang durch Produktion und Verwaltung wurde deutlich, wie eng Innovationskraft und regionale Verwurzelung bei dem Mittelständler miteinander verbunden sind.

Das Unternehmen hat sich insbesondere mit hochdichten und robusten Kunststoffsteckverbindungen für Abwassersysteme im Caravaning-Bereich international einen Namen gemacht. Hinzu kommt mit dem „easydriver“-System eine eigene Entwicklung für das ferngesteuerte, zentimetergenaue Rangieren von Anhängern und Wohnwagen. Charakteristisch ist dabei der konsequente Einsatz hochfester Kunststofflösungen, die deutliche Gewichtsvorteile ermöglichen – ein entscheidender Faktor im mobilen Freizeitsegment.

Mit rund 6.000 Verkaufsartikeln und einem Vielfachen an Einzelzeilen verfügt das Unternehmen über eine außergewöhnlich hohe Fertigungstiefe. Viele der Artikel werden in vergleichsweise kleinen Stückzahlen gefertigt, sind jedoch weltweit gefragt und bei namhaften Herstellern im Einsatz. Neben europäischen Märkten zählen etwa Australien, Südkorea, Japan, die USA und China zu den wichtigsten Absatzregionen.

Die Wertschöpfung erfolgt nahezu vollständig im eigenen Haus – vom Spritzguss über die Weiterverarbeitung bis hin zur verkaufsfertigen Verpackung. Das ermöglicht nicht nur eine lückenlose Qualitätskontrolle, sondern auch ein hohes Maß an Flexibilität.

Prof. Dr. Harald Danne, Leiter des Geschäftsbereichs Transformation und Entwicklung, zeigte sich von dieser hohen Fertigungstiefe begeistert: „Man spürt die hohen Qualitätsansprüche, die die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden der Reich GmbH an ihre Produkte haben. Dieses Qualitätsstreben steht sinnbildlich für den starken Mittelstand in unsere Region“.

Ein besonderes Zukunftsprojekt ist die neue Kunststoffgalvanik (Reich Coatex), die 2022 am Standort Eschenburg-Eiershausen in Betrieb gegangen ist. In herkömmlichen Verfahren wird oft ein Stoff eingesetzt, der als gesundheitsschädlich gilt (Chrom VI). Das Unternehmen verzichtet jedoch bewusst darauf und nutzt stattdessen ein deutlich umwelt- und gesundheitsschonenderes Verfahren. Damit gehört es zu den wenigen Anbietern in Europa, die diesen Arbeitsschritt auf so eine sichere und nachhaltige Weise durchführen können.

Geschäftsführer Steffen Bender bekannte sich klar zum Standort: Die Gemeinde Eschenburg sei seit jeher Ausgangspunkt und Heimat des Unternehmens und solle dies auch künftig bleiben. Gegründet wurde das Unternehmen 1975 von Walther Reich und Helmuth Bender in den Räumen eines ehemaligen Supermarkts in Eschenburg-Wissenbach. Bereits ein Jahr später entstand die erste Produktionshalle am jetzigen Standort. Heute, rund fünf Jahrzehnte nach der Gründung, beschäftigt die Reich GmbH etwa 240 Mitarbeitende an zwei hochmodernen Standorten in Eschenburg.

Landrat Carsten Braun zeigte sich beeindruckt vom technologischen Know-how und der internationalen Marktstellung: „Menschen und Unternehmer wie Sie braucht es in unserem Landkreis: eine klare unternehmerische Orientierung, vielversprechende Innovationen und eine starke heimische Verankerung – besser geht es nicht.“

Mit dem Besuch unterstreicht der Lahn-Dill-Kreis die Bedeutung eines leistungsfähigen Mittelstands und den engen Dialog zwischen Verwaltung und Wirtschaft als Grundlage für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung.