Kupierverbot bei Schweinen

Tierhalter in der Auskunftspflicht

Auf Grundlage eines Erlasses des Agrarministeriums vom Juni 2019 ist das Schwänzekupieren bei Ferkeln im Sinne des Tier- und Verbraucherschutzes in Zukunft grundsätzlich verboten. Das Kupieren von Ferkelschwänzen kann EU-weit nur in ausführlich begründeten Einzelfällen genehmigt werden.

Tierhalter-Erklärung, Risikoanalyse und ChecklisteAlle landwirtschaftlichen Schweinehalter der jeweiligen Landkreise sind nunmehr aufgefordert, eine Tierhalter-Erklärung und ggf. benötigte Anhänge (Risikoanalyse und Checkliste) an das zuständige Veterinäramt zu senden. Dies gilt auch für den Fall, dass nur eine geringe Stückzahl an Tieren (z.B. kleine Betriebe von Hobby-Mästern) oder ausschließlich unkupierte Tiere gehalten werden.
Die benötigten Dokumente finden Sie hier.

Ohne Meldung droht ein Bußgeld
Die Veterinärabteilung des Lahn-Dill-Kreises weist darauf hin, dass eine fehlende Rückmeldung auch ohne Erinnerungsschreiben mit einem Bußgeldverfahren geahndet werden kann. Es wird daher darum gebeten, die Tierhaltererklärung samt Zusatzdokumenten so schnell wie möglich ausgefüllt einzureichen.

Häufige Fragen

Worum geht es?
„Aktionsplan zur Einhaltung der Rechtsvorschriften in Bezug auf das Schwänzekupieren beim Schwein“ klingt umständlich heißt aber konkret: Zur Verbesserung von Tierwohl und Verbraucherschutz dürfen Schweine ab 2019 nicht mehr kupiert werden. Da Schwanzbeißen als Verhaltensauffälligkeit gilt und insbesondere unter nicht optimalen Haltungsbedingungen auftritt (kein Beschäftigungsmaterial, zu hohe Belegdichte, ungünstiges Stallklima, etc.), soll das Kupierverbot und die damit verbundenen Optimierungsmaßnahmen eine Verbesserung des Tierwohls bewirken.
Ausnahmegenehmigungen können nur in ausführlich begründeten Einzelfällen erteilt werden.

Wie sind die Dokumente auszufüllen?
Wichtig ist für alle Halter insbesondere das Ausfüllen der Tierhaltererklärung:

  • Option 1. & 2.
    Halten Sie kupierte Tiere, müssen Sie die Option 1. und 2. wählen. Bei Option 2. definieren Sie, ob Kupierbedarf aufgrund von Verletzungen besteht (a), oder ob der Erzeugerbetrieb kupiert, Sie also bereits kupierte Tiere beziehen (b). Die Risikoanalyse und Checkliste sind zwingend auszufüllen, wenn Sie kupierte Tiere halten. Sollte im Aufzuchtbetrieb kupiert werden, ist eine Tierhaltererklärung des jeweiligen Aufzuchtbetriebes hinzuzufügen.
  • Option 3.
    Wenn sie keine kupierten Tiere halten, ausreichend Beschäftigung und Auslauf bieten und keine Einzelhaltung betreiben, reicht das Ausfüllen der Tierhaltererklärung mit der Option 3. völlig aus. Eine Risikoanalyse wird auch hier empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich.

In beiden Fällen ist die Tierhaltererklärung (und ggf. benötigte Zusatzdokumente) jährlich einzureichen. Die Dokumentation von Ohren- und Schwanzverletzungen hat halbjährlich zu erfolgen.

Warum muss ich diese Dokumente ausfüllen?
Das Veterinäramt braucht als überwachende Instanz des Erlasses einen Überblick des Ist-Zustandes, muss also wissen wie viele kupierte und unkupierte Tiere gehalten werden. Daraus ergibt sich auch entsprechender Handlungs- bzw. Beratungsbedarf. Das alles hilft den Soll-Zustand (= keine kupierten Schweine mehr/ Schweine unter besseren Haltungsbedingungen) zu erreichen. Auch kleine Betriebe (z.B. Hobby-Mäster) müssen Auskunft über den Kupier-Status ihrer Tiere geben, um die Situation möglichst genau abbilden zu können.

Gibt es eine Frist für die Einreichung dieser Dokumente in 2021?
Die benötigten Dokumente sollen bis zum 30. November 2021 beim Veterinäramt auf postalischem oder elektronischem Wege eingehen. Alternativ können die Dokumente beim Veterinäramt nach Voranmeldung abgeholt oder in Einzelfällen per Mail oder Post eingefordert werden. 

Wie kann ich dem großen bürokratischen Aufwand entgehen?
Am wenigsten „Papierkram“ haben die Tierhalterinnen und Tierhalter, welche unkupierte Schweine halten, bzw. erst gar keine kupierten Schweine beziehen und keine gehäuften Fälle von Schwanz- oder Ohrenbeißen feststellen können. Die Tiere sollen also unkupiert sein, über genügend Fress- und Tränkplätze verfügen, ausreichend Beschäftigungsmaterial (z.B. Stroh) und Fläche haben und dürfen nicht in Einzelhaltung leben. In diesem Falle reicht die jährliche Tierhaltererklärung (Option 3.) und eine halbjährliche Dokumentation von Ohren- und Schwanzverletzungen völlig aus. 


Kontakt

Veterinäramt

Schlossstraße 20
35745 Herborn

06441 407-7711
06441 407-7723
veterinaeramt@lahn-dill-k...