08.07.2026 | 15:26

Gestalten statt verwalten: Hüttenberg und Allendorf (Lumda) schaffen es ins hessische Dorfentwicklungsprogramm

Zwei Kommunen aus Lahn-Dill-Kreis und Landkreis Gießen offiziell als Förderschwerpunkte anerkannt

Die Gemeinde Hüttenberg ist nun offiziell als Förderschwerpunkt im hessischen Dorfentwicklungsprogramm anerkannt und freut sich über die Landesförderung: Ingmar Jung, die erste Beigeordnete der Gemeinde Hüttenberg Heike Knorz und Dr. Florian Warburg bei der Auszeichnung in Hünfelden-Mensfelden. Foto: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen/Dennis Möbus

Die Gemeinde Hüttenberg ist nun offiziell als Förderschwerpunkt im hessischen Dorfentwicklungsprogramm anerkannt und freut sich über die Landesförderung: Ingmar Jung, die erste Beigeordnete der Gemeinde Hüttenberg Heike Knorz und Dr. Florian Warburg bei der Auszeichnung in Hünfelden-Mensfelden. Foto: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen/Dennis Möbus

Am 4. Juli 2026 wurden die Gemeinde Hüttenberg und die Stadt Allendorf (Lumda) neben zehn weiteren Kommunen aus ganz Hessen im Rahmen der Sommertour des Heimatministers Ingmar Jung vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Hünfelden-Mensfelden feierlich als neuer Förderschwerpunkt im hessischen Dorfentwicklungsprogramm anerkannt. Mit dieser Entscheidung würdigt das Land Hessen die beiden Kommunen, die durch Haltung, Engagement und strategische Weitsicht überzeugen.

Dr. Florian Warburg von der Abteilung für den ländlichen Raum für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Gießen hielt die Laudatio. Er würdigte das Engagement und den Einsatz beider Kommunen bei der Erstellung der Bewerbung im vergangenen Jahr. „Sowohl Allendorf als auch Hüttenberg haben ihre Bürgerinnen und Bürger mitgenommen, Schwerpunkte gesetzt, Ziele ins Visier genommen und konkrete Maßnahmen erarbeitet. Wir gratulieren den beiden Kommunen herzlich und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit in der Umsetzung der Ideen und Vorhaben in den nächsten sechseinhalb Jahren.“

Hüttenberg: Aus zweien wird ein Ganzes

Der aus Hochelheim und Hörnsheim hervorgegangene Ortsteil Hüttenberg im Lahn-Dill-Kreis zeigt eindrucksvoll, dass Identität gestaltet werden kann: durch Räume, durch Beteiligung und durch das bewusste Zusammenführen dessen, was historisch getrennt war. Die Konzentration auf einen Ortsteil ist dabei ein starkes Bekenntnis zum Zusammenwachsen – räumlich, sozial und kulturell. Mit der Entwicklung einer „Neuen Mitte“ sowie dem Fokus auf modernen Wohnraum im historischen Ortskern setzt Hüttenberg klare, zukunftsorientierte Schwerpunkte. Die Hüttenberger Hoftore sind neben Handkäse und Handball als kulturelles Erbe und identitätsstiftende Architektur weit über die Gemeinde hinaus bekannt. Dank intensiver Bürgerbeteiligung, engagierter Diskussionen und einer gemeinsamen Vision hat Hüttenberg eine klare Vision für die Zukunft: Geschichte bewahren und Zukunft gestalten.

Allendorf: Soziales Miteinander fördern

Allendorf, im Landkreis Gießen gelegen und Heimat von rund 4.000 Menschen, setzt seit Jahren auf ein klares Leitmotiv: Gestalten statt verwalten. Die Bewerbung zur Dorfentwicklung fokussierte bewusst die drei Stadtteile Climbach, Nordeck und Winnen, während die Kernstadt bereits seit 2025 Teil der Städtebauförderung ist. Im Zentrum der Bewerbung stehen Themen, die das soziale Miteinander stärken und die historischen Ortskerne beleben: neue Treffpunkte innen wie außen, die Sanierung von Back- und Bürgerhäusern, oder die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Hier geht es nicht um kosmetische Verschönerung, sondern um den Erhalt von Substanz und Identität.

Besonders hervorgehoben wurde die intensive Bürgerbeteiligung: Ortsrundgänge, Workshops und ein offener Dialog prägten die Erstellung des Kommunalen Entwicklungskonzepts (KEK). Die Stadt knüpft damit nahtlos an ihre strategische Zukunftsvision „Allendorf 2045“ an und zeigt, wie gelebte Demokratie aussehen kann.

Auch Heimatminister Ingmar Jung gratulierte Allendorf und Hüttenberg zur Aufnahme in das Programm und würdigte die Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Ehrenamtliche und die Verwaltung, deren gemeinsames Engagement diesen Erfolg möglich gemacht hat.