02.04.2026 | 07:08

Haubergvorstände übernehmen Verantwortung für Tradition und Zukunft

40 Mitglieder im Lahn-Dill-Kreis feierlich verpflichtet – nachhaltige Waldbewirtschaftung bleibt regionales Erfolgsmodell

40 Vorstandsmitglieder der Hauberggenossenschaften offiziell in ihr Amt eingeführt. Foto: Lahn-Dill-Kreis

40 Vorstandsmitglieder der Hauberggenossenschaften offiziell in ihr Amt eingeführt. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Im nördlichen Lahn-Dill-Kreis ist eine jahrhundertealte Form der Waldbewirtschaftung weiterhin fest verankert – und mit der neuen Wahlperiode auch personell neu aufgestellt. Im Dorfgemeinschaftshaus Fellerdilln wurden am 20. März 2026 insgesamt 40 Vorstandsmitglieder der Hauberggenossenschaften offiziell in ihr Amt eingeführt.

Die Verpflichtung der neuen Amtsinhaber übernahm Landrat Carsten Braun: Per Handschlag an Eides statt wurden die Vorstandsmitglieder zur gewissenhaften Erfüllung ihrer Aufgaben verpflichtet. Im Anschluss an die Zeremonie wählten die Haubergvorsteher den Schöffenrat. Dieser setzt sich aus vier Haubergschöffen und vier stellvertretenden Haubergschöffen zusammen, die ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung verpflichtet wurden.

Mit der neuen Besetzung der Gremien wird die traditionsreiche Haubergwirtschaft fortgeführt. Die Vorstände tragen dabei eine zentrale Verantwortung für die Organisation und nachhaltige Nutzung der Waldflächen – und sichern so den Fortbestand eines regional bedeutenden Kulturguts.

 Was ist Hauberg?

Der Hauberg ist eine für die Region – insbesondere Teile des Lahn-Dill-Berglandes und des Westerwaldes – typische Form der genossenschaftlichen Waldbewirtschaftung. Bei der sogenannten Hauberggenossenschaft organisieren die Mitglieder gemeinsam die Nutzung und Pflege eines bewaldeten Gebietes. Das System gilt als besonders nachhaltig, da es wirtschaftliche Nutzung, ökologische Verantwortung und gemeinschaftliches Handeln miteinander verbindet.

Im nördlichen Lahn-Dill-Kreis bestehen derzeit 15 Hauberggenossenschaften. Deren Vorstände werden alle sechs Jahre gewählt. Die aktuelle Wahlperiode läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2031.