27.03.2026 | 13:08

So setzt sich der neue Kreistag zusammen

Kreiswahlausschuss bestätigt die finalen Ergebnisse der Kreistagswahl

Ausgezählt: Die Stimmen von 98.346 Personen, die am 15. März 2026 bei der Kreistagswahl gewählt haben, wurden ausgezählt und durch den Kreiswahlausschuss offiziell bestätigt. Fotos: Lahn-Dill-Kreis

Ausgezählt: Die Stimmen von 98.346 Personen, die am 15. März 2026 bei der Kreistagswahl gewählt haben, wurden ausgezählt und durch den Kreiswahlausschuss offiziell bestätigt. Fotos: Lahn-Dill-Kreis

Am Sonntag, den 15. März 2026 fanden die Kommunalwahlen in Hessen statt. Unter anderem wurde auch ein neuer Kreistag für den Lahn-Dill-Kreis gewählt. Der Kreiswahlausschuss des Kreises hat in seiner Sitzung am 27. März 2026 nun das endgültige Wahlergebnis festgestellt.

Sitzverteilung des neuen Kreistags

Aus dem endgültigen Wahlergebnis ergibt sich für die Zusammensetzung des neuen Kreistags folgende Sitzverteilung:

Wahlvorschlag Wahlergebnis in Prozent Sitzzuteilung
CDU 31,72 26
AfD 19,19 16
SPD 20,19 16
GRÜNE 10,01 8
FDP 3,11 3
FWG 7,79 6
Die Linke 4,03 3
Die PARTEI 1,49 1
GfLD 1,06 1
BSW 1,41 1

Die gewählten Bewerberinnen und Bewerber werden aktuell vom Büro des Kreiswahlleiters schriftlich informiert. Die Übersicht der gewählten Bewerber ist im Internetauftritt des Kreises im Votemanager unter https://votemanager-gi.ekom21cdn.de/2026-03-15/06532000/praesentation/index.html abrufbar.

Der Kreistag kommt voraussichtlich am 11. Mai zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Zusammensetzung des Kreistags gilt für die gesamte Wahlperiode bis zur nächsten Kreistagswahl im Jahr 2031.

Die Kreistagswahl in Zahlen:

Wahlberechtigt waren: 192.850
Davon gewählt haben: 98.346
Wahlbezirke: 304
Wahlbeteiligung: 51,00 %

Weitere Informationen sowie die öffentliche Bekanntmachung zur Feststellung des Ergebnisses finden Sie unter: www.lahn-dill-kreis.de/bekanntmachungen

Das Team des Kreiswahlleiters dankt allen Beteiligten, insbesondere den ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern und den Kolleginnen und Kollegen der Städte und Gemeinden, die ein großes Engagement und sehr viel Professionalität gezeigt und eine hervorragende Arbeit geleistet haben.

In der öffentlichen Kreiswahlausschusssitzung wurden die Anwesenden auch ergänzend über einige Themen im Rahmen der Wahl informiert:

Umdeutungen von Stimmen durch den Kreiswahlausschuss

Erfahrungsgemäß ändert sich das Trendergebnis vom Wahlabend (in das nur Listenstimmen einfließen können) durch die Auszählung an den Tagen nach der Wahl noch einmal. Und naturgemäß ist es auch so, dass die Durchsicht der Niederschriften durch das Büro des Kreiswahlleiters und die Beschlussfassung des Kreiswahlausschusses nochmals zu Veränderungen führt. Dies war auch dieses Mal der Fall.

Dies ist allerdings kein Hinweis auf Unregelmäßigkeiten oder Ähnliches, sondern der Beweis dafür, dass das streng formale System des Kommunalwahlgesetzes funktioniert und greift. Gegenüber dem vorläufigen Ergebnis vom Nachmittag des 18.März haben sich durch die Beschlussfassung durch den Kreiswahlausschuss folgende Veränderungen ergeben:

Anzahl der ungültigen Stimmen

Die Anzahl der ungültigen Stimmzettel ist geringer als bei der Kommunalwahl 2021:
„Am Sonntag, den 14. März 2021 fand unter Anderem die Wahl zum Kreistag des Lahn-Dill-Kreises statt. Die Kreistagswahl in Zahlen:
Wahlberechtigte: 197.655 Personen.
Davon gewählt haben: 92.155 Personen
Ungültige Stimmzettel: 4.089 Stimmzettel“

Bei der Kommunalwahl 2026 beträgt die Anzahl der ungültigen Stimmzettel 3.816.

Erfahrungsgemäß liegt die Anzahl der ungültigen Stimmen bei Kommunalwahlen immer etwas höher, als bei anderen Wahlen. Dies ist dem Wahlsystem geschuldet (Kumulieren und Panaschieren) und insofern nicht außergewöhnlich.

Diese Entwicklung ist nicht nur in Mittelhessen oder bei Hessischen Kommunalwahlen festzustellen, sondern bei allen Kommunalwahlen in vergleichbarer Form. Grundsätzlich gilt: Wo mehr Stimmen vergeben werden können, steigt die Fehleranfälligkeit. Es gibt dabei ganz unterschiedliche und verschiedene Gründe, warum ein Stimmzettel ungültig wird. Die genauen Ursachen lassen sich aus den Zahlen allein aber nicht ablesen.

Der jeweilige Landesgesetzgeber muss immer abwägen, was für ihn wichtiger ist: die größere Wahlmöglichkeit für jeden einzelnen Wähler oder der größere Anteil an Wählern, deren Stimme auch tatsächlich ins Wahlergebnis einfließt. Mit der Komplexität eines Wahlsystems steigt immer die Anfälligkeit für Fehler.

Bei anderen Wahlen ergaben sich folgende Werte:

Wahl Wahlberechtigte Wähler ungültige Stimmen %
Kommunalwahl 2026 192.820 98.346 3.816 3,88
Bundestagswahl 2025* 203.567 166.049 1.655 1,00
Europawahl 2024 190.666 112.657 1.110 0,99
Landtagswahl 2023** 192.549 127.825 2.093 1,09
Kommunalwahl 2021 197.655 92.155 4.089 4,44

* Wahlkreisstimmen incl. Biebertal und Wettenberg
** Wahlkreisstimmen ohne Waldsolms

Bei der Kommunalwahl 2021 war bei einer landesweiten Auswertung ein Ergebnis festzustellen, welches hinsichtlich der ungültigen Stimmen durchaus dem aktuellen Werten entspricht:

Insofern haben wir keine „mittelhessische“ Besonderheit. Im Vergleich zur aktuellen Kommunalwahl in Bayern entspricht der dortige Anteil der ungültigen Stimmen beispielsweise ebenfalls in etwa den aktuellen Werten in Hessen und im Lahn-Dill-Kreis.

Desinformation

Auffallend war, dass im Vorfeld der Wahl und am Wahltag immer wieder gerade über die sozialen Medien Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl gestreut (oder „geteilt“) wurden, die jeglicher Grundlage entbehren und ein Indiz dafür sind, dass sich etliche Wähler mit dem Wahlsystem nicht vertraut gemacht haben, gleichwohl aber nicht davor zurückschrecken ihre „Unkenntnis“ zu teilen und andere versuchen zu verunsichern. In besonderer Weise fallen hier anonyme vermeintliche Wahlbeschwerden auf – leider negativ und gekennzeichnet durch kein Interesse an der Sachlichkeit und der Wahrheit.