17.12.2025 | 09:33
Veranstaltungen im Lahn-Dill-Kreis fördern Demokratie und Erinnerungskultur
Diskussionsabend zur Religionsfreiheit und Ausstellung zur SED-Diktatur regen zum Dialog an

Foto: Lahn-Dill-Kreis
Wie schützen wir die fundamentalen Werte, die unsere Demokratie stützen? Welche Verantwortung tragen wir, wenn Rechte wie die Religionsfreiheit weltweit immer stärker unter Druck geraten? Und wie können wir aus der Geschichte lernen, um die Demokratie zu bewahren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt von zwei Veranstaltungen im Lahn-Dill-Kreis, die durch die Fachstelle Prävention umgesetzt und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert wurden.
Religionsfreiheit in der Demokratie – Diskussionsabend in Wetzlar
Im Rahmen eines Diskussionsabends zum Thema „Religionsfreiheit in der Demokratie“ kamen rund 100 Teilnehmende im ERF-Medienhaus in Wetzlar zusammen, um über die zentrale Bedeutung der Religionsfreiheit in der Gesellschaft nachzudenken und sich auszutauschen. Volker Kauder, Professor für Religionsfreiheit und Politische Ethik sowie langjähriger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und David Giesbrecht, Lehrbeauftragter für Religionsfreiheit und Christenverfolgung an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, diskutierten, wie dieses Grundrecht in Zeiten globaler Konflikte und wachsender gesellschaftlicher Spannungen geschützt werden kann.
Kauder erklärte, dass die Religionsfreiheit das Fundament für viele andere Grundrechte sei und dass die Verteidigung dieser Freiheit eine tägliche Aufgabe für alle Demokraten darstelle. Giesbrecht ging auf die wachsende Bedrohung religiöser Minderheiten ein und hob hervor, dass Demokratie nur dort dauerhaft bestehen könne, wo Glaubensfreiheit respektiert werde.
Die Veranstaltung bot Raum, um zu reflektieren, wie eine Gesellschaft Werte wie Freiheit, Toleranz und Verantwortung leben und schützen kann. Landrat Carsten Braun betonte zum Abschluss, dass ein respektvoller Dialog in der Politik wie auch im täglichen Miteinander unverzichtbar sei, um das demokratische Fundament zu bewahren.
Eröffnung der SED-Ausstellung in Dillenburg
Ein weiteres Anliegen, das die Fachstelle Prävention mit der Ausstellung „Die SED-Diktatur. Erinnerung und Aufarbeitung“ ansprach, war die Auseinandersetzung mit der Geschichte totalitärer Systeme. Die Ausstellung in der Volkshochschule Dillenburg nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte der DDR und beleuchtete nicht nur die repressive Natur des SED-Regimes, sondern auch den Mut derjenigen, die sich gegen die Diktatur auflehnten. Dr. Rebecca Neuburger-Hees, Hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin, eröffnete die Ausstellung mit einer Erinnerung an die Worte von Richard von Weizsäcker: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ In ihrer Ansprache forderte sie dazu auf, die Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern aktiv aus ihr zu lernen, um die Demokratie auch in der Zukunft zu schützen.
Die Ausstellung, die noch bis Ende des Jahres in der VHS Dillenburg zu sehen ist, gibt den Besuchern die Möglichkeit, sich intensiv mit den Folgen der SED-Diktatur auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Freiheit und Demokratie für die Gegenwart und Zukunft zu reflektieren.
Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Beide Veranstaltungen wurden von der Fachstelle Prävention des Lahn-Dill-Kreises organisiert und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ unterstützt.

