11.03.2026 | 15:01
Wenn der Baum zur Gefahr wird: Neue Motorsägenführer stärken ab jetzt den Katastrophenschutz im Lahn-Dill-Kreis
Erster kreisweiter Lehrgang für den sicheren Umgang mit Motorsägen – wichtiger Baustein für schnelle Hilfe nach Stürmen und bei Unfällen im Wald

Übungen in Theorie und Praxis: Christoph Droß, Patrick Rammo und Kristopher Heinz (v. l. n. r.) trainierten den Umgang mit der Motorsäge mit 13 teilnehmenden Feuerwehrkräften aus dem Lahn-Dill-Kreis. Foto: Lahn-Dill-Kreis
Wenn nach einem Sturm Bäume quer über Straßen liegen, Äste auf Dächer zu stürzen drohen oder Menschen im Wald in Not geraten, zählt jede Minute. Doch bevor Hilfe geleistet werden kann, müssen Gefahren oft erst mit schwerem Gerät beseitigt werden – präzise, schnell und vor allem sicher. Genau für solche Einsatzlagen hat der Lahn-Dill-Kreis nun erstmals einen Motorsägenlehrgang durchgeführt.
Insgesamt 13 Feuerwehrangehörige aus dem Kreisgebiet nahmen an der viertägigen Ausbildung in Greifenstein-Allendorf teil und bestanden die abschließende Prüfung erfolgreich. Sie sind damit offiziell qualifiziert, im Einsatz mit Motorsägen zu arbeiten. Typische Einsatzlagen für Motorsägen sind vor allem Sturmschäden, etwa wenn umgestürzte Bäume Straßen blockieren oder Gebäude gefährden. Auch bei Unfällen im Wald können sie entscheidend sein, etwa wenn Menschen durch Bäume oder große Äste eingeklemmt sind.
Geleitet wurde der Lehrgang von den erfahrenen Motorsägen-Instrukteuren Christoph Droß, Patrick Rammo und Kristopher Heinz. In Theorie und Praxis erlernten die Teilnehmenden alles, was für den sicheren Einsatz der Motorsäge notwendig ist – von Arbeitssicherheit und Gerätekunde über Unfallverhütung bis hin zu verschiedenen Schnitttechniken.
Ein besonderer Teil der Ausbildung war der Einsatz des Baumbiegesimulators des Feuerwehrverbandes Dillkreis. Mit diesem Trainingsgerät konnten realistische Einsatzsituationen nachgestellt werden, etwa wenn Holz unter starker Spannung steht – eine der gefährlichsten Situationen bei der Arbeit mit der Motorsäge. Ergänzend dazu absolvierten die Teilnehmenden umfangreiche Schnittübungen an liegendem Holz, um Technik und Sicherheit weiter zu festigen. Am letzten Lehrgangstag wurde das erlernte Wissen in praktischen Übungen nochmals intensiv angewendet.
Auch spezielle Einsatztechnik kam zum Einsatz: So arbeiteten die Teilnehmenden mit Motorsägen aus dem sogenannten „Abrollbehälter Sturm“ des Landes Hessen, der in Ehringshausen stationiert ist. Dieser Container ist speziell für Starkwind- und Sturmereignisse ausgestattet und unterstützt Feuerwehren bei größeren Schadenslagen im Kreisgebiet.
Erstmalig kreiseigener Motorsägenlehrgang
Bisher erfolgte die Ausbildung häufig auf kommunaler Ebene oder an der Hessischen Landesfeuerwehrschule – ein einheitliches Konzept für den gesamten Landkreis gab es bislang nicht. Der neue Lehrgang schließt diese Lücke und stärkt damit die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren im Lahn-Dill-Kreis. Unterstützt wurde der Lehrgang durch die Freiwillige Feuerwehr Allendorf/Ulm, die an allen Abenden für die Verpflegung der Teilnehmenden sorgte. Der nächste Motorsägenlehrgang ist bereits für den kommenden Herbst geplant.
Schulung ist verpflichtend für Umgang mit Motorsägen
Die geltenden Vorschriften für Feuerwehren sowie die Regeln der gesetzlichen Unfallversicherung zum sicheren Arbeiten mit Motorsägen machen diese Ausbildung erforderlich. Sie legen fest, dass im Einsatz nur speziell geschulte Einsatzkräfte Motorsägen bedienen dürfen. Mit dem neuen Lehrgang schafft der Lahn-Dill-Kreis nun erstmals ein eigenes, kreisweites Ausbildungsangebot. Ziel ist es, eine einheitliche und hochwertige Qualifizierung der Einsatzkräfte im gesamten Kreisgebiet sicherzustellen.

