09.03.2026 | 09:12

Zwei Kindertagesstätten im Lahn-Dill-Kreis mit dem KiSS-Siegel ausgezeichnet

Speziell ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher testen Sprachfähigkeit in ihren Kitas / Offizielle Siegelverleihung im Kreishaus in Wetzlar

Irina Ivanisevic und Anke Pilawa überreichten zwei KiSS-Siegel an die Kindertagesstätte Lindwurm in Braunfels-Tiefenbach sowie an die Waldkita „Die Wanderschnecken“ in Solms-Oberbiel. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Irina Ivanisevic und Anke Pilawa überreichten zwei KiSS-Siegel an die Kindertagesstätte Lindwurm in Braunfels-Tiefenbach sowie an die Waldkita „Die Wanderschnecken“ in Solms-Oberbiel. Foto: Lahn-Dill-Kreis

In feierlichem Rahmen wurden zwei weitere Kindertagesstätten im Kreishaus in Wetzlar mit dem KiSS-Siegel ausgezeichnet. Der Lahn-Dill-Kreis und die Abteilung Kindersprachscreening (KiSS) des Hessisches Kindervorsorgezentrum (HKVZ) am Universitätsklinikum Frankfurt würdigten damit das besondere Engagement der Einrichtungen in der frühkindlichen Sprachförderung. Die KiSS-Siegelverleihung fand im Anschluss an die jährlich verpflichtende KiSS-Jahresschulung statt, die durch die KiSS-Expertin Miriam Mende durchgeführt wurde.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Auszeichnung zweier Kitas: Irina Ivanisevic vom HKVZ überreichte das KiSS-Siegel an die Kindertagesstätte Lindwurm in Braunfels-Tiefenbach sowie an die Waldkita „Die Wanderschnecken“ in Solms-Oberbiel. Beide Einrichtungen setzen das KiSS-Programm mit großem Engagement um und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur systematischen Beobachtung und Förderung der Sprachentwicklung von Kindern.

Das Kindersprachscreening ist ein Programm zur frühzeitigen Erkennung und Förderung sprachlicher Kompetenzen bei Kindern im Alter von vier bis viereinhalb Jahren. Speziell geschulte Erzieherinnen und Erzieher beobachten und überprüfen die Sprachentwicklung der Kinder im Kita-Alltag. Ziel ist es, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern. KiSS-Kitas unterstützen Kinder dabei, ihre sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und schaffen so eine wichtige Grundlage für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe.

Sprachliche Entwicklungsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben – etwa organische Gründe wie eingeschränktes Hörvermögen oder anatomische Besonderheiten, aber auch Einflüsse aus dem sozialen Umfeld und der alltäglichen Kommunikation. Da jedes Kind unter unterschiedlichen Bedingungen aufwächst, kommt den Kindertagesstätten eine zentrale Rolle zu. Hier werden Kinder unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund begleitet und unterstützt.

Anke Pilawa vom Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises betonte im Rahmen der Veranstaltung: „Frühe Sprachförderung ist eine Investition in die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder. Wenn Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt werden, können die Kinder von den Eltern, gemeinsam mit Fachkräften gezielt unterstützt werden und so die Entwicklungschancen jedes Kindes nachhaltig verbessert werden.“

Der Lahn-Dill-Kreis ist im Bereich der Sprachförderung gut aufgestellt: Von insgesamt 152 Kindertagesstätten nehmen derzeit 103 aktiv am KiSS-Programm teil. 87 dieser Einrichtungen tragen bereits das KiSS-Siegel. 205 aktive Erzieherinnen engagieren sich im Rahmen von KiSS und werden von sechs speziell qualifizierten KiSS-Expertinnen fachlich begleitet. Diese schulen das pädagogische Personal regelmäßig und sichern so die Qualität des Programms.

Mit der Auszeichnung der beiden Einrichtungen wächst das Netzwerk der KiSS-Kitas im Lahn-Dill-Kreis weiter. Die Verleihung an die beiden Kitas unterstreicht die hohe Bedeutung frühzeitiger Sprachförderung und das gemeinsame Engagement für gute Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder im Landkreis und nicht zuletzt in ganz Hessen.

Hintergrund zu KiSS:
Das Kindersprachscreening Hessen wurde 2008 im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration entwickelt. Das Ziel lautet seitdem: die Bildungschancen aller Kinder in den hessischen Kindertagesstätten verbessern. Damit Erzieherinnen und Erzieher in Kitas frühzeitig feststellen können, ob Kinder sprachlich gefördert werden sollten oder gar eine medizinische Untersuchung notwendig ist, haben sich viele von ihnen schulen lassen und nehmen jährlich an einer Re-Zertifizierung teil, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Insgesamt sechs Sprachexpertinnen stehen für die KiSS-Schulungen im Lahn-Dill-Kreis zur Verfügung. Zu ihren Aufgaben gehört es, sich im Auftrag des Kreis-Gesundheitsamts und in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kindervorsorgezentrum am Universitätsklinikum Frankfurt um die Schulung, Betreuung und Weiterbildung der KiSS-Erzieherinnen und -Erzieher in den Kindertageseinrichtungen zu kümmern.