Alles begann mit dem Wiener Kongress

Wie ist der Lahn-Dill-Kreis überhaupt entstanden? Welche Veränderungen hat es in der Vergangenheit gegeben? Fakt ist: Unser Landkreis ist etwas ganz Besonderes. Denn ein Teil des Lahn-Dill-Kreises – der ehemalige Landkreis Wetzlar – war der erste Hessische Landkreis in der Geschichte... 

 

LAHN-DILL-KREIS heute

Zu unserem Landkreis gehören 8 Städte, darunter die Sonderstatusstadt Wetzlar mit mehr als 50.000 Einwohnern, sowie 15 Gemeinden. Flächenmäßig erstreckt sich der Lahn-Dill-Kreis über 1.066,52 km² – von den Ausläufern des Rothaargebirges im nördlichen Kreisgebiet bis zum Hintertaunus im Süden, außerdem vom Westerwald im westlichen Kreisgebiet bis zum Gladenbacher Bergland im östlichen Kreisgebiet. Die Namensgebung des Lahn-Dill-Kreises folgt den beiden größten Flüssen im Kreisgebiet: der Dill, einem Nebenfluss der Lahn, die wiederum ein Nebenfluss des Rheins ist. Der Lahn-Dill-Kreis in seiner heutigen Form ist nach der letzten Stufe der Hessischen Gebietsreform der 1960er und 1970er Jahre zum 1. August 1979 entstanden.

Die Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises ist Wetzlar. Verwaltungsstellen der Kreisverwaltung finden sich außerdem noch in Dillenburg und Herborn. Räumlich entspricht der seit 1979 bestehende Lahn-Dill-Kreis im Wesentlichen dem früheren Dillkreis und dem früheren Landkreis Wetzlar, ohne die heute zum Landkreis Gießen gehörenden Kleebachtalgemeinden im ehemaligen südöstlichen Kreisgebiet und den heutigen Gemeinden Biebertal und Wettenberg (ebenfalls heute Landkreis Gießen).

 

LAHN-DILL-KREIS vom 01. 01. 1977 bis 31. 07. 1979

Im Rahmen der Hessischen Gebietsreform wurden die vorher selbständigen Landkreise Gießen, Dillkreis und Wetzlar mit Wirkung vom 1. Januar 1977 zu einem neuen Landkreis mit dem Namen „Lahn-Dill-Kreis“ zusammengeschlossen. Nicht zum Lahn-Dill-Kreis gehörte die ebenfalls zum 1. Januar 1977 neu gebildete Stadt Lahn, die räumlich die heutigen Städte Gießen und Wetzlar sowie die heutigen Gemeinden Wettenberg, Heuchelheim und Lahnau umfasste. Gleichwohl war die Stadt Lahn Sitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises; eine Verwaltungsaußenstelle wurde in der Stadt Dillenburg vorgehalten. Die Stadt Lahn hatte 1977 rd. 156.000 Einwohner und war kreisfrei. Mit Wirkung vom 31. Juli 1979 wurde sowohl die kreisfreie Stadt Lahn als auch der Lahn-Dill-Kreis wieder aufgelöst. Im Osten des vormaligen „Großkreises“ wurde der Landkreis Gießen errichtet; im Westen der Lahn-Dill-Kreis in seiner heutigen Ausprägung.

 

DILLKREIS vom 22. 02. 1867 bis 31. 12. 1976

Der frühere Dillkreis wurde am 22. Februar 1867 aufgrund einer königlich-preußischen Verordnung u. a. in dem vormaligen Herzogtum Nassau aus den ehemaligen nassauischen Ämtern Dillenburg und Herborn geschaffen. Vorher gab es auf diesem Gebiet noch keine den heutigen Landkreisen vergleichbare kommunale Gebietskörperschaft. Vom 1. Oktober 1932 bis zum 1. Oktober 1933 erfolgte ein vorübergehender Zusammenschluss mit großen Teilen des aufgelösten und später wieder gegründeten Landkreises Biedenkopf. Im Zuge der Neuordnung nach dem II. Weltkrieg wurde der Dillkreis dem Bundesland Hessen zugeordnet. Das Kreisgebiet blieb in der Folge bis zur gebietlichen Neuordnung ab den 1960er Jahren mit freiwilligen Gemeindezusammenschlüssen unverändert. Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Bellersdorf des Landkreises Wetzlar zur neuen Gemeinde Mittenaar im Dillkreis eingemeindet und am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Roth und Simmersbach aus dem erneut (nach 1932) aufgelösten Landkreis Biedenkopf zur neuen Gemeinde Eschenburg im Dillkreis eingemeindet.

 

LANDKREIS WETZLAR von 1816 bis 31. 12. 1976

Der Kreis Wetzlar wurde im Zusammenhang mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses in der Folge 1816 als preußischer Landkreis und als erster Landkreis überhaupt im heutigen Hessen  gegründet. Damals war er eine unscheinbare Enklave ohne territoriale Verbindung zu Preußen und mit einer lediglich verwaltungsmäßigen Zuordnung zu dem preußischen Großherzogtum Niederrhein. Kurz darauf wurde er um eine weitere preußische Neuerwerbung erweitert, nämlich um das nassauische Amt Atzbach. Den damaligen theoretischen Anforderungen an eine Kreisreform entsprach er keineswegs: Er hatte weder eine Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 36.000, noch ein abgerundetes Kreisgebiet, noch ein für alle leicht erreichbaren Sitz der Kreisbehörde. 14.000 Einwohnerinnen und Einwohner lebten in einem noch nicht einmal territorial zusammenhängenden Gebiet. Diese „Mängel“ wurden zwar durch die Eingliederung des ebenfalls 1816 gegründeten Kreises Braunfels im Jahre 1822 in Teilen beseitigt, doch auch dieses neue Gebilde und das ihm zugewiesene Amt Krofdorf blieben nach wie vor ohne territorialen Zusammenhang. In Folge dieser Veränderungen wuchs die Einwohnerzahl auf 18.000 Köpfe an.

Selbst die Gebietsveränderungen im Jahre 1866 in Folge des preußisch-österreichischen Krieges konnten nicht genutzt werden, eine territoriale Anbindung des Amtes Krofdorf an den Landkreis Wetzlar herbeizuführen. Die nahezu unmittelbar an die Stadt Wetzlar angrenzenden und zu dem damaligen Landkreis Gießen gehörenden Ortschaften Hermannstein, Naunheim und Waldgirmes wurden nicht in den Landkreis Wetzlar integriert, sondern dem Landkreis Biedenkopf zugeschlagen. An dieser Situation sollte sich erst im Jahr 1932 mit der Herauslösen des Landkreises Wetzlar aus der Rhein-Provinz und der Zuordnung zu dem Regierungsbezirk Wiesbaden etwas ändern. Damals wurde aus den vorübergehend aufgelösten Nachbarlandkreisen Biedenkopf und Usingen 13 Ortschaften dem Landkreis Wetzlar zugeordnet. An seinem so entstandenen gebietlichen Zuschnitt traten erst Ende der 1960er Jahre mit der sich anbahnenden Gebietsreform die, durch freiwillige Zusammenschlüsse einzelner Kommunen gekennzeichnet war, Veränderungen ein.

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