A 45: Talbrücke Sechshelden Zweites Planänderungsverfahren wird eingeleitet (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

A 45: Talbrücke Sechshelden

Zweites Planänderungsverfahren wird eingeleitet

Dillenburg. Die Autobahn Westfalen leitet das 2. Planänderungsverfahren für die Talbrücke Sechshelden ein. Die Unterlagen werden am Mittwoch, 13. Oktober 2021 ans Regierungspräsidium nach Gießen geschickt.

Aufgrund aktueller Rechtsprechung fließen Ergebnisse eines Fachbeitrags zum Thema Entwässerung in die Genehmigungsunterlagen ein. Die Autobahn Westfalen musste den Nachweis erbringen, dass die Gesamtmaßnahme keine negativen Auswirkungen auf die Dill hat. Zur Erinnerung: Im Zuge des Ersatzneubaus der Talbrücke Sechshelden waren zwei Regenrückhaltebecken geplant – eines in Höhe der Rastanlage Schlierberg, das andere an der Anschlussstelle Dillenburg. Neu ist nun, dass beide Anlagen als so genannte Retentionsbodenfilterbecken gebaut werden. „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, denn mithilfe der Retentionsbodenfilter, die derzeit den höchsten Stand der Technik abbilden, wird das Oberflächenwasser, das von der Autobahn abfließt, gereinigt. Die Retentionsbodenfilter sind quasi kleine Öko-Kläranlagen, in denen Schilf die Reinigung des Wassers übernimmt“, erklärt Eugen Reichwein, Leiter der Außenstelle Dillenburg bei der Autobahn Westfalen.

Mehr Lärmschutz dank einer zusätzlichen Mittelwand

Und auch in Sachen Lärmschutz gibt es gute Nachrichten: Nach den zahlreichen Forderungen der Bürgerinnen und Bürger kam die Autobahn Westfalen auch dem Wunsch einer Gesamtlärmbetrachtung nach. Ermittelt wurden die Werte unter Berücksichtigung aller schalltechnisch relevanten Verkehrswege (Autobahn, Bundesstraße, Bahnstrecke). Auch diese Ergebnisse flossen in die 2. Planänderung mit ein.

Um den Verkehrslärm der A 45 zu minimieren, sind nun auf beiden Seiten der Talbrücke Sechshelden 7,25 Meter hohe Lärmschutzwände (vorher: 6,50 Meter in Fahrtrichtung Dortmund und 5,50 Meter in Fahrtrichtung Frankfurt) geplant. Zusätzlich wird eine fünf Meter hohe, stark absorbierende Lärmschutz-Mittelwand über die komplette Brückenlänge eingezogen. Die Immissionsgrenzwerte am Tag werden somit vollständig eingehalten und nachts wird es lediglich an 49 Häusern (vorher 95) eine Überschreitung der gebietsabhängigen Immissions-Grenzwerte geben. Diese Eigentümer haben aber mit Blick auf diese Werte Anspruch auf passiven Lärmschutz (z. B. Schallschutzfenster).

„Damit werden wir ein Lärmschutzniveau erreichen, das weit über die Empfehlungen des Gutachters hinausgeht“, sagt Samuel Freund, Geschäftsbereichsleiter Planung in der Außenstelle Dillenburg der Autobahn Westfalen. Denn: Die Gesamtlärmbetrachtung ergab, dass die Hauptlärmquelle nicht die A45 ist, sondern die Bahnstrecke und die B277. „Mit unseren Lärmschutzmaßnahmen sorgen wir nun auch indirekt dafür, dass die Bürger in Sechshelden besser vor dem Lärm der Bahnstrecke und der Bundesstraße geschützt sind“, so Freund weiter. Die Lärmschutzwände in Fahrtrichtung Frankfurt (Mittel- und Außenwand) werden übrigens bereits mit Fertigstellung des ersten Teilbauwerks umgesetzt.

Mitglieder von „MuT“ bereits informiert

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Menschen unter der Talbrücke – MuT“, die sich lange Zeit für eine Tunnellösung stark machten und dann auch für Nachbesserungen der Genehmigungsunterlagen kämpften, wurde ebenso wie der Magistrat der Stadt Haiger am Montag, 11. Oktober 2021 über die Änderungen der Planungsunterlagen informiert. Im Dezember 2021 sollen die Pläne dann für alle Bürger im Rathaus der Stadt Haiger offengelegt werden. Der exakte Zeitpunkt der Offenlegung wird über das Bekanntmachungsorgan „Haiger heute“ kommuniziert. Außerdem werden die Pläne auf der Homepage des Regierungspräsidiums einsehbar sein.

Sollte der Planfeststellungsbeschluss im Sommer 2022 bestandskräftig werden, starten die Bauarbeiten für den Ersatzneubau der Talbrücke Sechshelden Anfang 2023.

Kontakt: Susanne Schlenga, Telefon: 015201594027, E-Mail: susanne.schlenga@autobahn.de

Autobahn GmbH des Bundes

Die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes hat am 1. Januar 2021 die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Deutschland übernommen. Mit etwa 13.000 Kilometern Autobahn und zukünftig bis zu 15.000 Mitarbeitern wird die Gesellschaft eine der größten Infrastrukturbetreiberinnen in Deutschland sein. Die Niederlassung Westfalen mit ihrem Hauptsitz in Hamm erstreckt sich vom niedersächsischen Emsland über das Ruhrgebiet bis ins nördliche Hessen. Zur Niederlassung gehören die fünf Außenstellen Osnabrück, Bochum, Hagen, Netphen und Dillenburg sowie zwei Projektbüros. Infos auch unter www.autobahn.de.

 

 

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