Frauen mit Kinderwunsch sollten sicherstellen, dass sie gegen die Masern immun sind. (Foto: Pixabay.de)

Schwangere sind besonders gefährdet

Impfung gegen Masern nicht verpassen!

Wetzlar/Herborn/Dillenburg (ldk): Aufgrund der in den letzten Wochen bundesweit aufgetretenen Masernfälle hat das Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises immer häufiger auch mit der Beratung von Risikopatienten zu tun. Besonders für Schwangere sind die Masern eine ernstzunehmende Erkrankung. Sie gefährden nicht nur die eigene Gesundheit sondern auch die des ungeborenen Kindes.

Das Gesundheitsamt rät, dass sich Frauen nach Möglichkeit schon vor der Schwangerschaft vor Masern schützen sollten. Infiziert sich eine werdende Mutter nämlich während der Schwangerschaft, so steigt auch gleichzeitig das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt. Ist die Frau hingegen geimpft und gegen Masern immun, schützt sie automatisch auch ihr Kind in den ersten Lebensmonaten, in denen es noch nicht geimpft werden kann durch den sogenannten Nestschutz.

Impfempfehlung für Frauen mit Kinderwunsch
Frauen mit Kinderwunsch sollten sich mindestens einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft impfen lassen. Das gilt auch für Frauen, die bereits in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden. Damit schützen sie sich und ihr Baby. Während der Schwangerschaft ist die Impfung nicht mehr möglich, da durch die Impfviren ein Risiko für das ungeborene Kind entstehen kann.

Auch Kinder impfen lassen
Bei Kleinkindern empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grundimmunisierung (1. und 2. Impfung) bereits im zweiten Lebensjahr abzuschließen. Dabei sollten die erste Masernimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten - bei frühzeitigem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (Kindertagesstätte) ab 9 Monaten - und die zweite Impfung zwischen 15 und 23 Monaten erfolgen. Danach besteht ein vollständiger Impfschutz. Fehlende Impfungen bei Kindern und Jugendlichen sollten so schnell wie möglich, bis zu einem Alter von 18 Jahren nachgeholt werden. Zur Impfung sollte vorzugsweise ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) oder bei einer zusätzlichen Kombination mit Windpocken (MMRV) verwendet werden.

Masern sind eine hoch ansteckende Erkrankung durch Masernviren. Krankheitszeichen können Hautausschlag am ganzen Körper und grippeähnliche Symptome sein. Ernste Folgeerkrankungen, wie etwa Lungen- oder Gehirnentzündung, können besonders bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten. Auch sind vereinzelt Todesfälle nach Masernerkrankung zu verzeichnen. Es gibt einen wirksamen Schutz vor Masern: Impfen!

Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankung. Aktuell sind in Deutschland immer noch zu wenige Menschen gegen Masern geimpft. Ein Großteil der in den letzten Wochen regional aufgetretenen Masernfälle betraf Jugendliche und Erwachsene, die gar nicht oder nicht ausreichend geimpft waren.

"Deutschland sucht den Impfpass"
Vor dem Hintergrund der Masernerkrankungen wurde durch die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) eine Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" gestartet. Im Mittelpunkt dabei steht der Impfschutz gegen Masern bei Jugendlichen und Erwachsenen bis etwa Mitte 40. Weiterführende Informationen zu der Kampagne, wie z. B. Impfcheck, Impfquiz und Informationsmaterial, gibt es unter www.impfen-info.de/impfpass.

Weiterführende Informationen zur Masernerkrankung sind im Internet unter

www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern

www.impfen-info.de/impfcheck

sowie bei allen Haus- bzw. Kinderärzten im Kreis einzuholen.

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