Kann sich schnell unter Wild- und Hausschweinen ausbreiten: Die Afrikanische Schweinepest ist schon in der Tschechischen Republik angelangt. (Foto: LDK)

Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch

Jäger sollten Proben einreichen

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Das Risiko ist schon da. Und es steigt stetig an: Die Afrikanischen Schweinepest (kurz: ASP) breitet sich aktuell in Osteuropa aus. Möglicherweise ist bald auch Deutschland betroffen. "Ende Juni sind die ersten Fälle des hoch ansteckenden Virus in der Tschechischen Republik bekannt geworden und auch in Polen hat es schon Ausbrüche gegeben. Damit ist die Pest nur noch rund 300 km von der deutschen Grenze und 800 km vom Lahn-Dill-Kreis entfernt", Veterinäramtsleiter Dr. Hans-Joachim Stumpf ruft zu ganz besonderer Vorsicht auf.

Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte müssen sehr wachsam sein
Es sei laut Stumpf besonders wichtig, sich ganz strikt an die Hygienevorschriften, sowohl in der Schweinehaltung als auch in der Jagd, zu halten. Die empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen sollten dringend eingehalten werden. Damit können Landwirte ihre Schweine gut schützen und das Risiko einer Infektion drastisch senken. Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte sollten zusätzlich genau beobachten, ob ihnen unklare Erkrankungs- oder Todesfälle bei Schweinen auffallen. Wenn ja, muss eine umgehende Meldung an das Veterinäramt erfolgen.

Jäger sollten Proben einschicken
Das Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises empfiehlt Jägern, zusätzlich zur Trichine-Probe ihrer erlegten Schweine auf alle Fälle die erforderlichen Monitoring-Proben einzusenden. Jäger, die verendete Tiere entdecken, werden außerdem gebeten eine Tupferprobe zu entnehmen und diese ebenfalls einzureichen. Damit kann eine mögliche Infektion mit ASP bei Wildschweinen im Lahn-Dill-Kreis früh erkannt werden. Der Tupfer sollte mit blutiger Flüssigkeit getränkt werden. Geeignete Tupfer werden beim Veterinäramt (Schlossstraße 20, 35745 Herborn) ausgegeben und sollten vollgesogen und im beiliegenden Röhrchen verpackt auch wieder dort abgegeben werden. Der Postversand ist ebenfalls möglich.

Wie sehen die Symptome der ASP aus?
Die Afrikanische Schweinepest führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und endet fast immer tödlich. Symptome können sein: Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Es kann zu Nasenbluten und Durchfall kommen. Außerdem neigen infizierte Tiere zu desorientiertem Verhalten, Bewegungsunlust und verringerter Fluchtbereitschaft. Die ASP führt in den meisten Fällen innerhalb von sieben bis 10 Tagen zum Tod der Tiere. Menschen können sich mit dem Virus nicht anstecken.

Wie wird ASP verbreitet?
Das Virus kann direkt von Schwein zu Schwein über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände, die mit dem ASP-Virus kontaminiert sind, übertragen und damit weiterverbreitet werden.

Mit penibler Hygiene gegen ASP
Die ASP breitet sich immer weiter in Osteuropa aus. Betroffen sind sowohl Wildschwein- als auch Hausschweinbestände. Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern ist die gesamte Bevölkerung - insbesondere Touristen - dazu aufgerufen, das Risiko eines Eintrages zu minimieren. Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen spielt hierbei eine Schlüsselrolle:

  • Essensreste nicht an Schweine verfüttern!
  • Von unkontrolliert aus Ländern, in denen die ASP aufgetreten ist, mitgebrachten Schweinefleisch-Produkten, geht eine große Gefahr aus.
  • Generell auf gute Betriebshygiene achten (Personal, Gerätschaften, ggf. Zugangsbeschränkungen zu Stallungen, Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.)
  • Den direkten oder indirekten Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen dringend verhindern.

Fragen rund ums Thema
Nutztierhalter, Jäger, Tierärzte oder Privatpersonen können sich bei Fragen zur drohenden Schweinepest gerne mit dem Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises in Verbindung setzen:

veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de
Tel. 06441 407-7711

Kontakt

Nicole Zey

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